Landrat wird für Projekt des Kreises in Enger aktiv
Piktogramme gegen »Geisterradler«

Enger (WB). Die Polizei steht Spalier, trotzdem ignoriert eine Radlerin die Schilder, die zum Wechseln der Straßenseite auffordern. So geschehen am Dienstag an der Spenger-/Ecke Breite Straße in Enger. Was zeigt, wie nötig das Projekt »Geisterradler« des Kreises Herford ist.

Mittwoch, 03.07.2019, 04:30 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 05:00 Uhr
Landrat Jürgen Müller sprüht das Piktogramm aufs Pflaster. Bürgermeister Thomas Meyer (von links), Gerd Althoff, Alexander Graf aus Hiddenhausen, Polizei-Wachleiter Dieter Lorenz und Bernd Pellmann aus Spenge sichern die Schablone. Foto: Gerhard Hülsegge

»Es ist überaus gefährlich, wenn Radler in die falsche Richtung fahren«, sagt Landrat Jürgen Müller und greift zur Sprühdose. Entgegenkommende Radfahrer und Autofahrer, die aus Seitenstraßen oder Grundstückseinfahrten kämen, rechneten nicht damit. Piktogramme, wie sie Müller aufs Pflaster sprüht, sollen jetzt darauf aufmerksam machen.

Schon 100 Verkehrsunfälle

Das Fahren auf dem falschen, linksseitigen Radweg oder der linken Straßenseite zählt zu einer der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrern. »2019 haben sich im Kreis Herford bereits 100 Verkehrsunfälle mit Radfahrern ereignet, 73 Personen wurden verletzt, in 23 Fällen waren ›Geisterradler‹ beteiligt«, erklärt Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) Hans-Joachim Gronau von der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Herford.

Letztere hat deshalb eine Kooperation initiiert und mit Unterstützung der Straßenverkehrsbehörden sowie der Straßenbaulastträger des Kreises, der Städte und Gemeinden das Präventivprojekt »Geisterradler« im gesamten Kreisgebiet ins Leben gerufen. Ziel ist es, auf ausgewählten benutzungspflichtigen Radwegen mit aufgesprühten Piktrogrammen auf ein Befahren in falscher Richtung aufmerksam zu machen.

Bürgermeister lobt Aktion

Bürgermeister Thomas Meyer für die Stadt Enger, Bernd Pellmann (allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters Bernd Dumcke) für die Stadt Spenge und Alexander Graf, Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung aus Hiddenhausen, begrüßten die Aktion des Kreises.

Die Aufforderung »Geisterradler, bitte wenden« ist übrigens nicht wörtlich zu nehmen. Sie sollen nur die Straßenseite wechseln, müssen also nicht umkehren. Verstöße dagegen werden, wie im eingangs erwähnten Fall, mit 20 Euro Verwarngeld geahndet.

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