Natur pur: Auch Falken ziehen in Enger und Spenge ihren Nachwuchs auf
Eulen sind auf dem Vormarsch

Spenge/Enger (WB). Dass sich der Storch in unseren Gefilden heimisch fühlt und das Enger Bruch zahlreichen Vogelarten einen attraktiven Lebensraum bietet, ist kein Geheimnis. Es zeigt sich aber jüngst, dass noch ganz andere Vogelarten in Spenge und Enger optimale Brut- und Nistbedingungen vorzufinden scheinen: Eulen sind auf dem Vormarsch.

Donnerstag, 06.06.2019, 11:17 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 11:20 Uhr
Der Älteste ist nicht immer der Mutigste, wie diese sechs kleine Schleiereulen beweisen. Das Junge mit dem ausgeprägtesten Gefieder (rechts außen) ist am weitesten entwickelt. Foto: Daniela Dembert

Schleiereulen und Turmfalken

Über sieben junge Schleiereulen, die auf seinem Hof das Licht der Welt erblickt haben, freut sich Achim Dingerdissen. Seit vielen Jahren stellt der Landwirt aus Lenzinghausen Brutkästen für Eulen und Falken auf. In diesem Jahr wurden beide genutzt. Sechs junge Schleiereulen und ebenso viele Turmfalkenküken haben die Elterntiere ausgebrütet.

Während die Falkenjungen alle nahezu gleich alt sind, liegen bei den Eulen mehrere Tage zwischen dem Schlupf, was deutlich an der Entwicklung der Tiere zu erkennen ist.

»Man muss den Tieren gar nichts Besonderes bieten«, versichert Dingerdissen. Für die Eulen habe er einen Nistkasten mit zwei Kammern gebaut, einer kleineren als Ein- und Abflugschneise und einer größeren, dunklen für das Gelege. Den Turmfalken genügt ein Kasten im Inneren des Scheunengiebels, dessen Eingang frei anfliegbar ist.

Die Schleiereule ist ein Kulturfolger, ihre Beute besteht hauptsächlich aus Mäusen, aber auch kleine Kaninchen, Frösche und andere Vögel sind ihr willkommene Schmankerl.

»Schleiereulen sind Flugjäger, dagegen ist der Turmfalke ein Ansitzjäger, hockt gern auf Straßenlaternen und Strommasten bis er Beute erspäht. Zuweilen ist aber auch ein Stehen in der Luft mit schnellen Flügelschlägen zu beobachten: das Rütteln, daher der Beiname Rüttelfalke«, erklärt Dingerdissen, der auch als Jäger unterwegs ist. Der Turmfalke schätzt landwirtschaftliche Nutzflächen als Jagdgebiet.

Wenige hundert Meter entfernt, auf dem Hof von Jochen Lauks, nisten ebenfalls sowohl Schleiereulen als auch Turmfalken, weiß der Lenzinghauser zu berichten.

Waldohreulenpaar zieht in hoher Tanne drei Junge groß

Viel Rabatz gab es in den vergangenen Wochen bei Friedrich Wüllner, ebenfalls in Lenzinghausen. In einer hohen Tanne hat ein Waldohreulenpaar gebrütet und drei Junge großgezogen. Jetzt erfreuen sich die Wüllners an dem abendlichen Spektakel und den noch nicht vollends eleganten Flugmanövern der Jungeulen. »Das ist einfach toll und nicht selbstverständlich«, sagt Friedrich Wüllner, »denn die Stürme der vergangenen Jahre haben viele der hohen Nadelbäume im Katzenholz umgeweht, die als Eulenquartiere prädestiniert waren«.

Viel los ist des Abends auch in Westerenger, denn nur wenige Kilometer entfernt vom Revier der Wüllnerschen Waldohreulen tummelt sich eine weitere, neunköpfige Eulenfamilie. Sieben junge Waldohreulen zählen Ute und Matthias Rasche seit einigen Tagen. Die Tiere ziehen im Dunstkreis einer großen Tanne ihre Kreise. »Und die rufen natürlich alle nach ihren Eltern und erwarten, gefüttert zu werden«, so Matthias Rasche.

Dabei kommen die Eulen mit den charakteristischen, ohrähnlich anmutenden Federbüscheln erstaunlich nahe in die Nähe von Menschen und landen auch gern fast ebenerdig auf einem Reisighaufen.

»Sieben Junge großzuziehen ist für ein Elternpaar schon eine Leistung und spricht für ein hohes Mausaufkommen in diesem Jahr«, meinen die Rasches.

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