Kita Spielkiste fordert Geschwindigkeitsreduzierung an der Jöllenbecker Straße
»Sind Kröten wichtiger als Kinder?«

Enger (WB). Der Vorstand der Kindertagesstätte (Kita) Spielkiste in Enger kann nicht verstehen, weshalb Engers Bürgermeister eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der Jöllenbecker Straße ablehnt. Sie haben deshalb einen Bürgerantrag an den Rat gestellt.

Donnerstag, 06.06.2019, 09:00 Uhr
Die Kinder sind an der Jöllenbecker Straße enorm gefährdet, meint der Vorstand der Kita Spielkiste.Von ihrem Bürgerantrag haben sie deshalb auch an Landrat Jürgen Müller und NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in Kenntnis gesetzt. Foto: Klaus Münstermann

Darin heißt es: »Der Landrat des Kreises Herford wird aufgefordert, auf der Jöllenbecker Straße zwischen Enger und Pödinghausen im Bereich der Schulbushaltestelle und der Kindertagesstätte Spielkiste während der Öffnungszeiten der Kita und der Nutzung der Bushaltestelle durch Schulkinder Tempo 30, höchstens Tempo 50, anzuordnen. Darüber hinaus wird die Sicherung des Radweges an der Jöllenbecker Straße (L 855) zwischen Kita-Gelände und dem Ortseingang Pödinghausen durch Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit oder andere geeignete Maßnahmen gefordert.

Schwache Verkehrsbelastung?

»Wir sind entsetzt über ihren ablehnenden Bescheid vom 16.12.2018. Die besonderen Belange und der Schutzbedarf von Kita- und Schulkindern werden völlig ignoriert«, so der Kita-Vorstand. Im Schreiben der Stadt hatte es geheißen, man sehe »keine Anhaltspunkte für die Annahme einer besonderen Gefahrenlage«. Die L 855 weise zudem mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von 4250 Kraftfahrzeugen eine tendenziell schwache Verkehrsbelastung auf.

Die Kita-Vertreter verweisen dagegen unter anderem auf das Risiko beim Verlassen des Busses in Fahrtrichtung Enger sowie dem Überqueren der Straße. »Überhaupt kein Verständnis haben wir für die Anordnung von Tempo 50 in Krötenwanderbereichen einerseits und ihre restriktive Haltung im Bereich von Kitas und Schulbushaltestellen andererseits«, so die Mitglieder des Kita-Vereinsvorstandes in ihrem Antrag wörtlich. Und sie fragen auch im Namen der Eltern: »Sind Kröten wichtiger als unsere Kinder?« Die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs dürfen jedenfalls keinen Vorrang vor der Sicherheit und Gesundheit der Kinder haben. Davon, wie gefährlich die Situation sei, könnten sich Engers Politiker und Verwaltungsbeamte bei einer Ortsbesichtigung überzeugen.

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