Gegen Kindesmissbrauch: Netzwerk trifft sich in Enger und will Hilfestellung geben
»Kultur der Achtsamkeit entwickeln«

Enger (WB). Kinder – das hat nicht erst der Fall Lügde gezeigt – müssen vor sexuellem Missbrauch geschützt werden. Wie, darüber hat am Dienstagmorgen das Netzwerk »Frühe Hilfen und Kinderschutz« der Stadt Enger beraten.

Mittwoch, 05.06.2019, 17:00 Uhr
Engers Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Harder-Möller (8. von rechts) hatte zum Netzwerktreffen ins Jugendzentrum Kleinbahnhof eingeladen. Foto: Gerhard Hülsegge

»Es muss eine Kultur der Achtsamkeit geben«, sagte Angelika Meister von der Regionalen Schulberatung des Kreises Herford und des Landes NRW. 24 Lehrer, Erzieher, Schulsozialarbeiter, Psychologen, Kindheitspädagogen und Leitungskräfte aus den Kindertagesstätten informierten sich über Risiko- und Schutzfaktoren.

Weitere Treffen geplant

Was tun, wenn Lehrer oder Erzieher den Verdacht haben, ein Kind in ihrer Obhut könnte sexuellen Übergriffen ausgesetzt sein, traut sich aber nicht, darüber zu sprechen? Dann kommt das Bauchgefühl ins Spiel. Ein Thema, das die erste von drei weiteren geplanten Zusammenkünften im Kleinbahnhof prägte. Bei weiteren Treffen soll es darum gehen, wann die Kinder tatsächlich gefährdet sind, wie Gefahren abgewendet werden können und wann das Jugendamt informiert werden muss. Letztlich möchte man aus der Diskussion von Fallbeispielen lernen.

In Enger gibt es das Netzwerk »Frühe Hilfen und Kinderschutz« bereits seit 2010. Seit 2012 sind sie gesetzlich vorgeschrieben. Im Mittelpunkt der Treffen stehen das Kennenlernen und die Vernetzung von Fachkräften aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern, die Verknüpfung von Angeboten sowie ein systemübergreifender Austausch. »In der Vergangenheit erreichten die Fachstelle ›Frühe Hilfen und Kinderschutz‹ zunehmend Anfragen von Fachkräften aus den Kindertageseinrichtungen, Grundschulen oder dem Offenen Ganztag, gerne an dem Netzwerk teilnehmen zu wollen«, so Caroline Ruwe, Fachkraft beim Kreis Herford. Aus diesem Anlass hat im Februar ein Netzwerktreffen stattgefunden, zu dem weitere Akteure aus der Stadt Enger eingeladen wurden. Somit wurde das Netzwerk von Belke-Steinbeck/Besenkamp auf das gesamte Stadtgebiet erweitert.

Offene Sprechstunden

Das nächste Netzwerk-Treffen ist für den 8. Oktober in Enger geplant. Es steht, wie alle weiteren Zusammenkünfte, unter dem Oberthema »Kinderschutz: eine gelingende Zusammenarbeit«.

Für Fragen steht Dagmar Hemicker von der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder zur Verfügung. An jedem ersten Donnerstag von 16 bis 18 Uhr sowie jeden dritten Montag im Monat von 9 bis 11 Uhr finden offene Sprechstunden in der Amtshausstraße 4 in Herford statt. Individuelle Terminabsprachen sind unter Telefon 05221/131638 möglich.

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