Engeraner vertont Gedichte – persönliche Übergabe geplant
Musik für Kaiserin Michiko

Enger (WB). Ein musikalisches Geschenk zum Abschied vom Chrysamthementhron soll Japans ehemalige Kaiserin Michiko, deren Mann Akihito am 1. Mai abdankte , aus Enger im Kreis Herford erhalten.

Montag, 06.05.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 06:44 Uhr
Kumiko Ogawa-Müller zeigt den Gedichtband der Kaiserin Michiko (kleines Foto), Christoph Ogawa-Müller präsentiert das Booklet des Albums.
Der ehemalige Kaiser von Japan, Akihito (r), und seine Ehefrau Michiko kommen zum Tennis Club in Tokio. Es ist ihr erster öffentlicher Auftritt seit der Abdankung Akihitos.

Der ehemalige Kaiser von Japan, Akihito (r), und seine Ehefrau Michiko kommen zum Tennis Club in Tokio. Es ist ihr erster öffentlicher Auftritt seit der Abdankung Akihitos. Foto: dpa

Ein Album mit CD, DVD und Booklet soll sie unter anderem an ihren Besuch vor mittlerweile 26 Jahren in Bielefeld-Bethel erinnern. Das Engeraner Ehepaar Christoph und Kumiko Ogawa-Müller sowie ein Vertreter der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bielefeld planen, im September nach Fernost zu reisen und das Präsent persönlich zu überreichen.

Christoph Ogawa-Müller hat Gedichte vertont, die die Ex-Kaiserin selber geschrieben hat und die im Büchlein »Nur eine kleine Maulbeere – aber sie wog schwer« erschienen sind.

Beim Japan-Tag der v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel im vergangenen September – er sollte an den Besuch des Kaiserpaares vor 25 Jahren erinnern – übernahm Ogawa-Müller den musikalischen Part. Ein Kammermusikensemble spielte unter seiner Leitung das selbst komponierte Werk »Im Zeichen der Maulbeere: Wege – Begegnungen«. »Bei diesem Anlass kam ich mit der Japanischen Botschaft in Kontakt, es entstand die Idee zu dem Album«, sagt der 68-Jährige, der auch im Vorstand der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bielefeld mitarbeitet. Über die Botschaft soll auch der Japanbesuch in einigen Monaten möglich werden.

1974 nach Deutschland gekommen

Schüler und Lehrer des Cäciliengymnasiums Bielefeld sowie Ogawa-Müller selbst lesen Gedichte aus »Im Zeichen der Maulbeere« – immer auf Deutsch und Japanisch. »Nach jedem Werk folgt die selbst komponierte Musik«, erklärt der Engeraner, dessen Frau Kumiko 1974 aus Japan nach Deutschland kam und das Interesse des Musikers an dem Land noch verstärkte. »Die selbst komponierte Musik hat viele Facetten.

Jeder, der sie hört, soll etwas in ihr wiedererkennen. So erklingt ein ganz kleiner Teil der deutschen Nationalhymne, ein brachialer Gongschlag soll an Hiroshima erinnern, das Instrument ›Regenmacher‹ lässt den Regen prasseln«, sagt Christoph Ogawa-Müller.

Die Fotos für das Booklet stammen vom Japan-Tag in Bethel, zeigen den Kaiserbesuch vor 26 Jahren, den Japanischen Garten der Einrichtung, aber auch die Musiker, die die Werke in der Engeraner Stiftskirche und teilweise in der Musik- und Kunstschule Bielefeld einspielen. Fotograf war Siegfried Baron.

Auch Tänzer der Löhner Tanzschule Iris Witte wirken an dem Projekt mit. Fertiggestellt ist das Album inzwischen, es muss nur noch gepresst werden und soll in einer Auflage von mehreren hundert Stück erscheinen. »Im Moment gibt es so viele Persönlichkeiten, die sich von der Kaiserin verabschieden. Daher ist es gar nicht schlimm, dass unser Geschenk erst etwas verspätet fertig und überreicht wird«, meint Kumiko Ogawa-Müller.

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