Hobby-Ornithologen legen sich beim Birdrace auf die Lauer
Erstes Ziel: Eulen finden!

Enger (WB). »Ein grandioser Tag mit tollen Arten«: Um 23.55 Uhr ist Thomas Weigel zwar müde, aber immer noch euphorisch. Der Engeraner ist Mitglied der Teams »Enger am Spektiv«, die am Samstag am Birdrace teilgenommen haben.

Sonntag, 05.05.2019, 14:42 Uhr aktualisiert: 05.05.2019, 14:50 Uhr
Heinz-Jürgen Uffmann, Martin Senger, Anke Stoppkotte, Petra Uffmann, Holger Stoppkotte und Thomas Weigel sind als »Enger am Spektiv« beim Birdrace unterwegs. Foto: Daniela Dembert

Mit dabei waren Holger und Anke Stoppkotte, Petra und Heinz-Jürgen Uffmann und Martin Senger, der seit drei Jahren eigens für das Vogelrennen aus Berlin in die Widukindstadt reist. 104 Arten haben die beiden Teams, die zusammen auf Pirsch gegangen sind, gesehen, beziehungsweise gehört und eindeutig bestimmt. Mit diesem Ergebnis belegen sie den zweiten Platz von einem Dutzend Teams aus dem Kreis Herford.

Um 3 Uhr in der Früh trafen sich die Vogelfreunde in Westerenger. Erstes Ziel: Eulen finden. Unter anderem am Ringsthof wurde die Gruppe fündig und zeigte sich sehr zufrieden mit der Bilanz von drei Eulenarten.

Im ganzen Kreis unterwegs

Schon Wochen zuvor hatten sich die Birdracer Gedanken über ihre Tour gemacht und potentielle Sichtungsplätze abgegrast. »Aber am Tag des Birdrace fallen uns immer noch spontan Stellen ein, die wir besuchen könnten«, sagt Weigel.

Ihre Tour führte die Hobby-Ornithologen unter anderem zum Hücker Moor, wo sie Möwen auf der Durchreise antrafen, an den Nonnenstein nach Rödinghausen und nach Vlotho an die Weser. Hier gibt es gleich eine Vielzahl ganz wunderbarer Lebensräume von lichtdurchfluteten Heiden über Uferböschungen, dichte Bäume bis zu seichtem Ufergewässer.

Viele Tiere im Enger Bruch gesichtet

Bis zur Mittagspause hatten die Vogelkundler bereits knapp 90 Arten auf ihrer Liste. Viele davon wurden im Enger Bruch gesichtet. Während das Bruch im vergangenen Jahr trocken lag und nur für wenige Arten attraktiv war, stellte sich die Situation am Wochenende anders dar: »Es ist Zugzeit für Limikolen und Enten. Das Bruch ist feucht und bietet diesen Gattungen ein gutes Nahrungsangebot«, weiß Thomas Weigel zu berichten. Vier Entenarten und auch einen Mauersegler hat die Gruppe hier gesichtet. »Eines unserer Highlights war die Sichtung des Vogels des Jahres, der Feldlerche. Das hat uns sehr gefreut«, sagt Holger Stoppkotte.

Zahlreiche Arten sind bedroht

104 allein im Kreis Herford binnen 24 Stunden gesichtete Vogelarten sind eine beachtliche Zahl, die Negativschlagzeilen über die bedrohte Ornis zu relativieren scheint. »Leider nicht!«, betont Heinz-Jürgen Uffmann. »Die Zahl der Individuen ist ausschlaggebend. Das Rebhuhn beispielsweise lief früher durch unseren Garten, die Zahl hat sich aber rapide minimiert. Heute haben wir seit drei Jahren erstmalig wieder ein Paar gesichtet. Aber eben nur dieses eine Paar.« Wenn man von Artenvielfalt spreche, müsse man auch die Populationsgrößen betrachten.

»Um manche Arten ist es wegen des schwindenden Lebensraums wirklich schlecht bestellt. Bei anderen, zu deren Schutz ein sehr großer Aufwand betrieben wird, erleben wir ein Wachsen der Populationen«, erzählt Heinz-Jürgen Uffmann, auf die Beobachtungen aus 15 Jahren Birdrace zurückgreifend.

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