5,5 Millionen-Projekt an der Niedermühlenstraße
Investition in den Gewässerschutz

Enger (WB). Wer in diesen Tagen die Niedermühlenstraße entlang gefahren ist, der hatte vermutlich den Eindruck, als fahre er an einer Kraterlandschaft vorbei. Dort, wo vorher grüne Wiesen waren, sind aktuell nur noch riesige Erdhügel zu sehen. Die Stadt Enger investiert in den Umweltschutz und baut hier ein Retentionsbodenfilterbecken.

Samstag, 04.05.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 11:38 Uhr
Hier, an der Niedermühlenstraße in Enger, soll das Retentionsbodenfilterbecken entstehen. Foto: Christina Bode

»Die Anforderungen an den Gewässerschutz sind verschärft worden«, erklärt Fred Beckmann, stellvertretender Leiter der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Enger. Regen- und Schmutzwasser sammle sich bislang in zwei unterirdischen Regenüberlaufbecken. Ein Teil davon läuft auch in den Bolldammbach. »Eine Verlängerung unserer Einleitungserlaubnis in den Bolldammbach bekommen wir nur mit entsprechenden Erneuerungen zur Mischwasserbehandlung«, sagt Beckmann.

6000 Kubikmeter Volumen

Mitarbeiter der Firma Bunte bauen an der Niedermühlenstraße nun ein Retentionsbodenfilterbecken. Schilf und ein spezielles Substrat im Filterbecken reinigen künftig Wasser von Feinstaub und Straßendreck und stauen das Wasser eine Zeit lang, bevor es nach und nach in den Bolldammbach abfließen kann. Das restliche Schmutzwasser wird in die Kläranlage Belke-Steinbeck geleitet. Die vorhandenen Becken fassen derzeit zusammen 3500 Kubikmeter Wasser, das neue Becken hat ein Volumen von zusätzlich 6000 Kubikmetern.

Mit einer Gesamtinvestition von etwa 5,5 Millionen Euro greift die Stadt Enger hier für den Umweltschutz tief in die Tasche. Zugesichert für dieses Projekt sind Landeszuschüsse in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Eingeschlossen in diese Summe ist auch der Grundstückskauf. Die Stadt Enger hat für den Bau des Beckens etwa 10.000 Quadratmeter Fläche von verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben erworben.

Schilf wird gepflanzt

Bevor die Arbeiten für das Filterbecken aber richtig beginnen können, muss die Baufirma den Hauptsammler, der das Wasser zur Kläranlage führt, verlegen. »Der liegt derzeit genau da, wo später das Filterbecken entstehen soll«, erklärt Beckmann. Der neue Sammler werde nach Norden verlegt. Knapp 400 Meter Kanal werden hier verarbeitet. Beckmann schätzt, dass der Aushub für das Becken in etwa ein bis zwei Wochen beginnen kann.

Auf einer Fläche von 50 mal 150 Metern muss dazu Erde ausgehoben werden. Die Grube wird mit wasserdichter Folie ausgelegt, bevor in einer Schüttung Dränagerohre verlegt werden können. Darauf kommt ein spezielles Substrat, in das das Schilf gepflanzt werden kann.

Begonnen hat die Firma Bunte mit den Arbeiten Anfang März. »Im Herbst 2020 soll der Filter vollständig arbeiten«, sagt Beckmann. Er vermutet, dass die Hauptarbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. »Doch bis das Schilf richtig verwachsen ist, dauert es eine Weile«, erklärt er.

Straße wird gesperrt

Da eine Kanalzuleitung zwischen den beiden unterirdischen Regenüberlaufbecken geschaffen werden muss und eines auf der gegenüberliegenden Seite der Baustelle liegt, muss die Niedermühlenstraße im Zuge der Arbeiten gesperrt werden. »Das wird vermutlich im Spätsommer nach den Ferien für etwa sechs bis acht Wochen der Fall sein«, kündigt Fred Beckmann an. Er hoffe, dass die Arbeiten schneller als geplant beendet werden und der Verkehr wieder normal fließen kann.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6584560?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514624%2F
Anklage fordert zehn Jahre Haft
Seit Dezember müssen sich Ismet A. (32, vorne) und sein Bruder Ferhan (34) vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Bielefeld verantworten. Die Staatsanwaltschaft will sie für zehn beziehungsweise neuneinhalb Jahre hinter Gittern sehen. Foto: David Inderlied
Nachrichten-Ticker