70 Jahre VW Bulli – Ausstellung im Kleinbahnmuseum zeigt Nostalgisch-Kurioses
Vor dem Blinker gab’s den Winker

Enger (WB). Er ist ein wahres Wunder der Vielseitigkeit und erfreut sich heute, ebenso wie vor 70 Jahren noch großer Beliebtheit. Der VW Bulli ist Inbegriff von Reiselust, Unverwüstlichkeit und Ausdauer. Vor allem die Modelle T1 und T2 wecken nostalgische Gefühle und sorgen mit ihren großen Kulleraugen-Scheinwerfern auch bei jüngeren Generationen für Entzücken.

Dienstag, 09.04.2019, 03:30 Uhr
Die VW Pritsche von Matthias Rasche hat jahrzehntelang das Engeraner Stadtbild geprägt. Der Bulli-Liebhaber hat das gute Stück restaurieren und den ursprünglichen Firmenschriftzug neu aufbringen lassen. Foto: Daniela Dembert

Das Kleinbahnmuseum hat dem VW Bulli anlässlich seines 70. Geburtstags eine Ausstellung gewidmet, in der am Sonntag elf Modelle aus verschiedenen Baujahrzehnten zu bestaunen waren. »Wir wollten möglichst viele verschiedene Nutzungen und Modelle auf komprimiertem Raum zeigen«, erzählt Matthias Rasche vom Museumsverein.

Motor hinter dem Stalltor

Ob liebevoll eingerichteter Camper, Firmen-Pritschenwagen, das Technikfahrzeug von Radio Althoff, ein 9-Sitzer, wie er als Mannschaftswagen Verwendung gefunden hat oder ein Multivan mit Aufstelldach – die Verwendung der VW Bullis war und ist facettenreich.

»Mit 3,7 Millionen Fahrzeugen ist der T2 das meistgebaute Modell der Bulli-Reihe«, weiß Rasche zu berichten und schiebt noch ein paar Zahlen nach: »Von den ersten fünf Fahrzeuggenerationen sind insgesamt zwölf Millionen gebaut worden.« Vorgestellt wurde der VW Transporter der Öffentlichkeit erstmals am 11. November 1949, am 8. März 1950 lief dann das erste Vehikel vom Band. Eines der ganz frühen Modelle, einen T1, Baujahr 1954, konnten Besucher des Museums eingehend bestaunen. Das Besondere an diesem Fahrzeug ist die »Barndoor«-Heckklappe, zu deutsch das Stalltor, das großzügig Blick und Zugriff auf den Fahrzeugmotor, einen darüber angebrachten Reservereifen und den Tankstutzen bietet. »Dieses Modell hat noch gar keine Blinker«, erzählt Rasche. »Es gibt zwei Winker, die, um das Abbiegevorhaben anzuzeigen, ausgeklappt werden können.«

Schrift mit Pinsel nachgemalt

Was dem Käfer sein Brezelfenster, ist dem T1 (bis 1967) die geteilte Frontscheibe. Für diese gab es auf Bestellung auch Aufstellfenster zum Nachrüsten. Eines der Schätzchen, die im Kleinbahnmuseum ausgestellt waren, ist ein Ur-Engeraner. Seit 1969 ist die graue T2 Pritsche von Garten-Landschaftsbauer Karl-Heinz Barmeyer in der Widukindstadt unterwegs. Matthias Rasche hat das Fahrzeug 2010 von seinem Besitzer aus erster Hand erstanden und das Gefährt aufwendig restaurieren lassen. Lackierfachmann Rolf Marschel hat die alte Beschriftung zunächst fotografiert, dann eine Schablone dafür plotten lassen.

»Die hat er dann auf die Tür geklebt und die Schrift mit dem Pinsel nachgemalt statt mit der Spritzpistole gebrushed, damit sie möglichst authentisch wirkt«, erzählt der Besitzer. Auch nach 50 Jahren bietet die Pritsche den Anblick, an den die Engeraner sich gewöhnt hatten, bloß wieder ein bisschen chicer.

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