Gleichstellungsstellen informieren im März – Infostände in den E-Centern – mit Video
70 Jahre Grundgesetz – auch für Frauen

Enger/Spenge (WB/gge). Seit 70 Jahren gilt das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. In Paragraf 3, Absatz 2, heißt es seitdem: »Männer und Frauen sind gleichberechtigt.« Dass die Realität auch sieben Jahrzehnte später noch zu wünschen übrig lässt, darauf wollen die Gleichstellungsstellen der Kommunen im Kreis Herford im Monat März 2019 nicht nur anlässlich des Internationalen Frauentages, der am 8. März begangen wird, hinweisen.

Freitag, 01.03.2019, 03:30 Uhr
Ulrike Harder-Möller (von links), Anke Käller und Sebastian Neumann erinnern ans Grundgesetz. Foto: Gerhard Hülsegge

»Die Gleichstellung von Frau und Mann ist sozusagen Verfassungsauftrag«, sagt Ulrike Harder-Möller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Enger. Und ihre Kollegin aus dem Spenger Rathaus, Anke Käller, ergänzt: »Seit 100 Jahren gibt es das Frauenwahlrecht. Ein nächster Meilenstein wäre die Parität in den Parlamenten.«

»Parteien sind gefordert«

So bestehe die CDU-Fraktion im Engeraner Rat ausschließlich aus Männern. Und auch in den übrigen Parlamenten auf Orts- und Kreisebene seien die Frauen deutlich unterrepräsentiert, betonten die Gleichstellungsbeauftragten aus Enger und Spenge. Insbesondere die konservativen Parteien müssten diesbezüglich noch dazulernen, findet Sebastian Neumann, Praktikant im Engeraner Rathaus. Von den 34 Ratsmitgliedern in der Widukindstadt sind lediglich sieben Frauen, die es bei der SPD und bei den Grünen aber immerhin bis an die Fraktionsspitze geschafft haben.

Die Parteien seien gefordert, nicht die Frauen, meint Anke Käller. Es gelte Strukturen zu ändern. Das sei auch eine Frage der Demokratie. Und Harder-Möller erklärt: »Parität heißt Quote!«

Diskussion erwünscht

Darüber möchten beide, die übrigens in keiner Partei aktiv sind, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Die Gleichstellungsbeauftragten informieren deshalb am Donnerstag, 7. März, in den Edeka-Märkten. Von 10 bis 12 Uhr sind sie im E-Center in Spenge (Industriestraße) und von 13.30 bis 15.30 Uhr im E-Center in Enger (Ringstraße/Ecke Spenger Straße) vertreten. Als Geschenk für jeden halten sie ein Exemplar des Grundgesetzes, an dessen Zustandekommen 1949 auch vier Frauen mitgewirkt haben, bereit – mit Lesezeichen auf Seite 13 als Hinweis auf die Gleichheit vor dem Gesetz.

Besprochen werden sollen unter anderem folgende Fragen: Sind Frauen und Männer heute gleichberechtigt? Gibt es zwischen den Geschlechtern noch Einkommens-Ungleichheit? Herrschen Unterschiede beim Rentenniveau von Frauen und Männern? Sind Frauen und Mädchen häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als Männer und Jungen? Vor allem aber soll es darum gehen, ein Fazit über die Entwicklung von Problemen und Errungenschaften im Bereich der Gleichstellung der Geschlechter zu ziehen.

Lachen beim Frühstück

Elf weitere Veranstaltungen sind vom 3. bis 27. März im Kreis Herford geplant. Darunter das interkulturelle Frauenfrühstück am Sonntag, 10. März, von 9.30 bis 12 Uhr im Bürgerzentrum an der Poststraße 6A in Spenge. »Lachen verbindet« lautet dann das Thema, der Eintritt ist frei. Lach-Yoga-Lehrerin Silvia Rößler gibt Tipps zur fröhlichen Bewältigung des Alltags. Alle Teilnehmer werden gebeten, eine kulturtypische Speise mitzubringen.

Sämtliche Termine der Gleichstellungsstellen im Kreis für den Monat März können dem Programm, das unter anderem in den Rathäusern ausliegt, oder Homepages der Kommunen entnommen werden.

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