Neuer Trend beim Seniorensport: Gehfußball im Sportpark Enger – dienstags wird gemächlich gekickt
Laufen ist verboten

Enger (WB). Beim neuen Senioren-Sport Gehfußball stehen nicht nur die sportlichen Aspekte im Vordergrund, sondern auch die sozialen Kontakte. Egal, ob neues Herz, künstliche Gelenke oder Demenz – wenn sich die Senioren dienstags zum kicken treffen, ist jeder willkommen.

Samstag, 02.02.2019, 03:30 Uhr
Insgesamt 13 Männer und eine Frau beteiligen sich an dem offenen Angebot. Rudi Deike (von links) und Günter Niermann vom Generationen-Treff Enger hoffen auf mehr Mitspieler. Foto: Lukas Brekenkamp

Die wichtigste Regel des Gehfußballs dürfte bereits der Name sagen: Laufen ist verboten! Und so setzt Rudi Deike nicht zum Sprint an, sondern zum Marsch, ehe er den Ball ins Tor schiebt. Auch der Körperkontakt ist während des Spiels verboten – damit erst gar kein Verletzungsrisiko entsteht. Ansonsten gelten größtenteils dieselben Regeln wie beim Fußball.

Interessengemeinschaft gegründet

Im vergangenen Jahr hat sich die Interessengemeinschaft Gehfußball im Kreis Herford gegründet, bestehend aus dem Kreissportbund (KSB), dem Fußball- und Leichathletikverband Westfalen (FLVW) sowie dem Sportpark Enger und dem Generationen-Treff Enger (GTE).

»Unser Gedanke ist, sowohl ältere Menschen mit Demenz oder Behinderung als auch ohne in den Sport zu bringen«, sagt Günter Niermann vom Generationen-Treff. Vor etwa zwei Wochen hat sich nun in Enger die erste Ü70-Gehfußball-Mannschaft im Kreis gegründet.

Jeden Dienstag zwischen 18.30 und 20 Uhr kicken die Senioren im Sportpark Enger. »Willkommen ist jeder. Alle Menschen gehören zur Gesellschaft«, betont Niermann. Aktuell beteiligen sich eine Frau sowie 13 Männer an dem offenen Angebot. Eine Anmeldung ist laut Niermann nicht nötig.: »Wer kommen will, der kommt!«

Viele Vereinsmitglieder passiv – aufgrund des Alters

Mit ihrem Projekt will sich die Mannschaft und Interessengemeinschaft auch an Vereine richten, um die Möglichkeiten der neuen Sportart zu zeigen. »Es gibt zahlreiche ältere Mitglieder in Vereinen. Viele davon sind aber passiv«, sagt Niermann. Im Februar will die Interessengemeinschaft im Sportpark über das Thema informieren.

Gehfußball wurde erstmals 2011 in England gespielt und ist mittlerweile offiziell vom Welt-Fußballverband Fifa als eigenständige Sportart anerkannt. Durch das Lauf-Verbot ist der Sport bestens für ältere Menschen geeignet – denn athletische Unterschiede fallen kaum ins Gewicht.

Es geht um Bewegung – nicht um Leistung

Einen weiteren Vorteil des Sports betont Günter Niermann immer wieder: »Es entstehen neue sozialen Kontakte. Das ist im Alter wichtig.« Und so pflegen die Gehfußballer beispielsweise Kontakte zu Vereinen wie Schalke 04 oder Heracles Almelo (Niederlande). Niermann weiter: »Außerdem geht es beim Gehfußball nicht um Leistung, sondern um Bewegung.«

Weitere Informationen zum Gehfußball gibt es im GTE an der Wertherstraße 22 in Enger unter Telefon 05224/9941216.

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