Pflanzenbauberater Dirk Höke beim Landwirtschaftlichen Ortsverband zu Gast Wintersaat spät aufgegangen

Enger (WB). »Im Grunde ist jede Saison anders und stellt uns vor neue Herausforderungen«, meint Jochen Höner, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsverbands Enger-Spenge mit Bezug auf den Ackerbau.

Von Daniela Dembert
Die Mitglieder der Wasserkooperation bei der Inspektion eines Wintergerstefeldes: Jochen Höner, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsverbands Enger-Spenge (vorne, von links), Gastgeber Landwirt Egbert Storck, der Pflanzenbauberater Dirk Höke und Wasserkooperationsberater Maximilian Meyer schauen sich gemeinsam mit den Landwirten aus den Städten Enger und Spenge (hinten) den Zustand der Feldkulturen an.
Die Mitglieder der Wasserkooperation bei der Inspektion eines Wintergerstefeldes: Jochen Höner, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsverbands Enger-Spenge (vorne, von links), Gastgeber Landwirt Egbert Storck, der Pflanzenbauberater Dirk Höke und Wasserkooperationsberater Maximilian Meyer schauen sich gemeinsam mit den Landwirten aus den Städten Enger und Spenge (hinten) den Zustand der Feldkulturen an. Foto: Daniela Dembert

Bei einer Begehung der Felder des Landwirts Egbert Storck in Enger-Siele haben sich Mitglieder des Ortsverbands der Landwirte von Pflanzenbauberater Dirk Höke und Wasserkooperationsberater Maximilian Meyer über die Entwicklung der Kulturen, Maßnahmen zu Wuchsregulation, Düngung und Pflanzenschutz beraten lassen. Weizen-, Raps-, Gerste- und Rübenkulturen wurden unter die Lupe genommen. Nach fünf trockenen Perioden haben die Niederschläge des vergangene Winters das Grundwasser steigen lassen.

Die nassen Böden machten den Landwirten jedoch erhebliche Probleme: Die Wintersaat konnte erst sehr spät ausgebracht werden, zehn Prozent der Flächen konnten gar nicht beackert werden.

»Wuchs mit Bedacht regulieren«

Erst im Frühjahr wurden sie mit Sommergetreide und Mais bestellt, was mitunter eine Änderung der Fruchtfolge der kommenden Jahre zur Folge hat. Außerdem haben Erntefahrzeuge zu einer Verdichtung der nassen Böden geführt.

»Die konnte allerdings durch den Februarfrost wieder aufgelockert werden. Die Sonde geht hier problemlos bis 40 Zentimeter ins Erdreich«, referierte Dirk Höke, auf einem Winterweizenfeld stehend. Milde, nahezu sommerliche Temperaturen und ausreichend Niederschlag haben in den vergangenen zwei Wochen zu einem explosionsartigen Wachstum der Feldfrüchte geführt.

Grundsätzlich eine erfreuliche Entwicklung. Weil die rasant wachsenden Pflanzen jedoch noch nicht über ein gleichermaßen ausgeprägtes Wurzelwerk verfügen und auch das Gewebe der Stengel noch weich ist, seien Maßnahmen zur Wuchsregulation mit Bedacht zu ergreifen, mahnte Höke. Um Böden und Grundwasser nicht zu belasten, gilt es, Dünge- und Pflanzenschutzmittel dann einzusetzen, wenn sie in kleinstmöglicher Dosierung größtmögliche Effizienz erzielen.

»Dünger früh aufbringen«

Hierzu gab der Pflanzenbaubeauftragte Tipps. »Dünger sollte möglichst früh ausgebracht werden. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, späte Düngung ist wegen der Sommertrockenheit eher problematisch«, so der Fachmann. Ein verstärkter Krankheitsdruck bestehe noch nicht. Der Wind trockne feuchte Blätter recht schnell und die Kulturen seien noch nicht sonderlich dicht. In Sachen Pflanzenschutzmittel rät Dirk Höke zunächst zum Abwarten.

»Trotzdem müssen die Bestände im Auge behalten werden, denn feucht-warmes Wetter begünstigt Gelbrost und Mehltau«, gab er zu bedenken. Leidiges Thema ist der Ackerfuchsschwanz, der den Kulturen stark zusetzt, in der Region Herford/Bielefeld jedoch kein größeres Problem darstellt.

Sollten Landwirte betroffen sein, rät der Pflanzenbaubeauftragte zu schnellem Handeln, damit sich das Kraut nicht weiter verbreitet.

Jedoch seien die Möglichkeiten aufgrund strenger Zulassungsreglements für Herbizide sehr beschränkt, meinte Höke.

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