Landwirt stellt Anfrage an Kreis – Naturschutzbeirat Montag vor Ort Bauer will Hähnchen-Maststall in Westerenger errichten

Enger (WB). Ein Engeraner Landwirt spielt mit dem Gedanken, angrenzend an seinen Hof an der Baringhofstraße in Westerenger einen Hähnchenmaststall zu errichten. Das hat Karl-Heinz Diekmann, Leiter der Abteilung Naturschutz und Regionalplanung beim Kreis Herford, im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigt.

Von Frauke Kanbach
Hier an der Baringhofstraße in Westerenger soll der neue Hähnchenmaststall entstehen. Ein Bauantrag liegt noch nicht vor, lediglich eine Bauvoranfrage. Am Montag, 15. Januar, informieren sich die Mitglieder des Kreis-Naturschutzbeirates vor Ort.
Hier an der Baringhofstraße in Westerenger soll der neue Hähnchenmaststall entstehen. Ein Bauantrag liegt noch nicht vor, lediglich eine Bauvoranfrage. Am Montag, 15. Januar, informieren sich die Mitglieder des Kreis-Naturschutzbeirates vor Ort. Foto: Gerhard Hülsegge

Bei der kommenden Sitzung des Naturschutzbeirates am Montag, 15. Januar, soll erläutert werden, welche Rahmenbedingungen für solch ein Vorhaben einzuhalten sind. Diekmann betont, dass noch kein entsprechender Antrag vorliege: »Vielmehr möchte der Landwirt zunächst einmal erfahren, was ihn erwartet, sollte er einen entsprechenden Antrag stellen.« Der Beirat sei frühzeitig eingebunden worden, um die Standortfrage zu klären. Klar ist: Ein Hähnchenmaststall kann nur im Außenbereich gebaut werden und Außenbereich heißt hier Landschaftsschutzgebiet. Das wiederum bedeutet, dass es einer Ausnahmegenehmigung bedarf.

Zwei Ställe von 100 Metern Länge

Nach Aussage Diekmanns plant der Engeraner den Bau von zwei Ställen, jeweils 100 Meter lang und 20 Meter breit. Dafür habe der Landwirt bereits eine konkrete Fläche ins Auge gefasst: »Er möchte die Ställe gerne auf seinem Grundstück, angrenzend an seine Hofstelle errichten.« Der Abteilungsleiter spricht von einem Hof in relativer Alleinlage: »Im Umkreis von einigen Hundert Metern gibt es nur wenig Bebauung.«

Auch der Stadt Enger sind die Überlegungen des Landwirts bekannt. Genehmigungsbehörde sei zwar der Kreis, »aber am Baugenehmigungsverfahren wird die Stadt beteiligt«, erklärt Inge Nienhüser, zuständige Fachbereichsleiterin. Sie weiß, dass der potenzielle Hähnchenmaststallbetreiber in diesem Bereich noch nicht tätig ist. Sie vermutet hinter seinen Plänen eine Investition in die Zukunft.

Immissionsschutz Thema

Dass sich der potenzielle Hähnchenmaststallbetreiber auch noch für kein bestimmtes Haltungssystem entschieden habe, deutet für Karl-Heinz Diekmann auf einen sensiblen Umgang mit diesem Thema hin. Der potenzielle Investor möchte nach Angaben von Petra Scholz, Pressesprecherin des Kreises Herford, noch nicht öffentlich in Erscheinung treten. Er hat im Vorfeld eines möglichen Antrages Kontakt mit dem Kreis Herford (insbesondere Immissionsschutz- und Naturschutzbehörde) aufgenommen, um einzelne Rahmenbedingungen zu klären. Aus Sicht der Naturschutzbehörde gehört hierzu insbesondere der Standort.

Staub- und Geruchsemissionen regelt das Bundesimmissionsschutzgesetz. Sie können durch entsprechende Auflagen oder auch so genannte Biofilter in Grenzen gehalten werden.

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