Mitarbeiterversammlung bei Wellmann in Enger angesetzt Alno darf sich selbst sanieren

Enger/Pfullendorf (WB/dpa). Der insolvente Küchenherstellers Alno soll wieder in die richtige Spur gebracht werden. Das Amtsgericht Hechingen habe dem Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung stattgegeben, teilte die Alno AG am Donnerstag mit.

Die Ankündigung des Pfullendorfer Küchenherstellers hatte auch in Enger große Bestürzung ausgelöst. Schließlich ist dort die Alno-Tochter Wellmann ansässig.
Die Ankündigung des Pfullendorfer Küchenherstellers hatte auch in Enger große Bestürzung ausgelöst. Schließlich ist dort die Alno-Tochter Wellmann ansässig. Foto: Oliver Schwabe

Nun wird laut Alno ein sechsköpfiger Gläubigerausschuss eingesetzt. Die bisherige Marktposition solle gesichert werden, heißt es in der Mitteilung. »Der Geschäftsbetrieb läuft insgesamt unverändert weiter, die Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld abgesichert.«

Wellmann-Mitarbeiter werden am Freitag informiert

Die Ankündigung des Pfullendorfer Küchenherstellers hatte auch in Enger (Kreis Herford) große Bestürzung ausgelöst. Schließlich ist dort die Alno-Tocher Wellmann ansässig – mit 405 Jobs ein bedeutender Arbeitgeber für die Stadt. Für Freitagmittag ist im Betrieb deshalb eine Mitarbeiter-Versammlung geplant.

Nach jahrelangem Kampf gegen die finanzielle Misere hatte der börsennotierte Konzern die Notbremse gezogen und die Restrukturierung in Eigenregie beantragt. Dabei wird das Unternehmen von weiteren Fachleuten unterstützt.

Unternehmen muss das Ruder nicht aus der Hand geben

Der Unterschied zum klassischen Insolvenzverfahren besteht unter anderem darin, dass das strauchelnde Unternehmen das Ruder nicht an einen Insolvenzverwalter abgeben muss. Der Alno-Konzern hat aktuell 1860 Mitarbeiter, davon 1300 im Inland. Am Stammsitz in Pfullendorf sind es 670, in Coswig 225 Beschäftigte. 560 Mitarbeiter sind im Ausland tätig.

Großaktionär Tahoe, der erst seit Jahresbeginn das Sagen bei der Alno AG hat, hatte mitgeteilt, den Sanierungsplan als Chance zu sehen. Hinter Tahoe steht die bosnische Unternehmerfamilie Hastor, die mit der gescheiterten Machtübernahme beim bayerischen Autozulieferer Grammer für Schlagzeilen gesorgt und per Lieferstopp ihrer Firmengruppe Prevent im vergangenen August die Bänder von VW in Wolfsburg und Emden stillgelegt hatte.

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