Alle Standorte des Küchenhersteller dürften von der Maßnahme betroffen sein – auch Enger Alno baut 350 Stellen ab

Pfullendorf/Enger  (dpa/WB/OH). Der Küchenhersteller Alno AG mit der Tochter Wellmann in Enger will rund 350 Stellen abbauen – das ist jeder sechste Arbeitsplatz im Konzern.

Der Küchenhersteller Alno AG mit der Tochter Wellmann in Enger.
Der Küchenhersteller Alno AG mit der Tochter Wellmann in Enger. Foto: Kathrin Weege (Archivbild)

Einem entsprechenden Restrukturierungsprogramm stimmte der Aufsichtsrat am Donnerstag zu, wie das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Pfullendorf bekannt gab.

Details zu dem neuen Sparprogramm blieb der Konzern bei Mitarbeiterversammlungen am Freitag schuldig. So bangen auch die fast 500 Beschäftigten der Tochter Wellmann in Enger um ihren Job.

Kurzfristig abgebaut werden sollen Stellen mit Verwaltungsaufgaben. 250 Jobs sollen im Inland, rund 100 in ausländischen Gesellschaften gestrichen werden. Konzernweit hat Alno derzeit knapp 2100 Mitarbeiter.

Zu erwarten ist, dass alle Standorte betroffen sind, am stärksten die Zentrale in Pfullendorf. Das Programm »soll zu einer jährlichen Reduzierung der Personalkosten von mindestens 20 Millionen Euro führen«, teilte Alno mit. Noch im Jahr 2017 solle das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen damit »deutlich positiv« sein.

Alno kämpft seit dem Börsengang 1995 mit Problemen – bis auf wenige Ausnahmen gab es jedes Jahr Verluste. Bereits in der Vergangenheit hatte Alno Stellen abgebaut. Zu Jahresbeginn ist die bosnische Unternehmerfamilie Hastor beim hoch verschuldeten Küchenhersteller eingestiegen.

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