Grundschule Westerenger: Zehn Kinder mit Förderbedarf können unterrichtet werden Guter Start für Gemeinsames Lernen

Enger (WB). Kinder mit und ohne pädagogischem Förderbedarf werden seit zwei Wochen an der Grundschule Westerenger unterrichtet. Für das Gemeinsame Lernen hatte sich die Schulkonferenz im Mai ausgesprochen. Wie sich der Unterricht nun gestalten lässt, hat Schulleiterin Antje Thiele den Mitgliedern des Engeraner Schulausschusses berichtet. 

Von Ann-Christin Lüke
Für die Umgestaltung des Pausenhofs der Grundschule Westerenger haben viele Eltern mit angepackt. Das Ergebnis haben sich nun die Mitglieder des Schulausschusses angesehen
Für die Umgestaltung des Pausenhofs der Grundschule Westerenger haben viele Eltern mit angepackt. Das Ergebnis haben sich nun die Mitglieder des Schulausschusses angesehen Foto: Ann-Christin Lüke

»Wir haben zwei Klassen für das Gemeinsame Lernen eingerichtet, eine im ersten und eine weitere im vierten Schuljahr«, sagte Thiele. Insgesamt werden derzeit vier Kinder mit Förderbedarf an der Grundschule unterrichtet. Bei weiteren Kindern laufe das Prüfungsverfahren noch. Um sie kümmert sich derzeit eine Sonderpädagogin, die schwerpunktmäßig in den betreffenden Klassen eingesetzt werde. »Damit sind wir im Moment gut ausgestattet«, sagte sie.

Insgesamt können in Westerenger zehn Kinder mit Förderbedarf im Gemeinsamen Lernen beschult werden. »In jeder Klasse ist derzeit also noch für drei Kinder Platz«, erklärte Thiele. Bürgermeister Klaus Rieke freute sich, dass das Gemeinsame Lernen in Westerenger so gut gestartet sei. »Wir haben immer darauf gedrängt, dass die Schulen sich öffnen. Neben Enger-Mitte ist Westerenger die zweite Grundschule mit einem sonderpädagogischen Ansatz«, sagte Rieke.

Erhöhter Bedarf

Zum Schuljahr 2013/14 war das Gemeinsame Lernen zunächst an der Grundschule Enger eingerichtet worden. Seit diesem Schuljahr wird es nicht nur in Westerenger angeboten, sondern auch in der Sekundarstufe I der Realschule Enger. Rieke gab aber auch zu bedenken, dass eine Zunahme an Kindern mit Förderbedarf nicht automatisch mehr Förderung bedeute. »Ich hoffe, dass der Schlüssel angepasst wird. Aber wir können nicht damit rechnen, dass mit jedem Kind eine weitere Fachkraft dazu kommt.«

Auch die Zunahme an Flüchtlingen stellt die Schulen in Enger vor Herausforderungen. In Westerenger nehmen derzeit sechs Jungen und Mädchen aus Flüchtlingsfamilien am Unterricht teil, zwei von ihnen besuchen die erste Klasse, ein weiteres Kind ist bereits angemeldet. »Wir versuchen, die Mädchen und Jungen auch in den Offenen Ganztag zu integrieren«, schilderte Antje Thiele. Zudem seien Tablet-Computer angeschafft worden, an denen die Schüler eigene Aufgaben lösen können, um die deutsche Sprache zu lernen.

Ergänzender Deutschunterricht

»Dazu werden sie einmal am Tag aus dem Regelunterricht rausgeholt und lernen Deutsch«, sagte die Schulleiterin. Dafür sei eine Fachkraft zuständig, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten könne. »Generell lernen die Kinder die Sprache aber recht schnell«, wusste Thiele zu berichten.

Zuvor hatte sie die Mitglieder über den neu gestalteten Pausenhof geführt, der im Mai offiziell eröffnet worden war und mithilfe von Eltern und Sponsoren entstand. »Hätten wir die Arbeiten machen lassen, hätte die Sanierung mehr als 80 000 Euro gekostet«, sagte Thiele. Durch den hohen Eigenanteil habe die Umgestaltung jedoch nur 18 000 Euro gekostet.

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