Alte Zugmaschine in Obhut der Landmaschinenfreunde Dreyen – Dreschfest im September Hannelore bleibt in Enger

Enger (WB).  Stolze 82 Jahre ist die betagte Dame mittlerweile alt und jeder darf Hannelore getrost als ein Stückchen Engeraner Kultur bezeichnen. Momentan befindet   sich die Hanomag Zugmaschine in Obhut der Alttraktoren- und Landmaschinenfreunde Dreyen und wird auf Vordermann gebracht. Beim Dreschfest im September soll sie dann erstmals  wieder die Öffentlichkeit erblicken.

Von Jana Schwalbe
Die Vereinsmitglieder Heinrich Martmüller, Werner Nölkenhöhner und Kevin Hartshorne (von links) stecken viel Arbeit in »Hannelore«.
Die Vereinsmitglieder Heinrich Martmüller, Werner Nölkenhöhner und Kevin Hartshorne (von links) stecken viel Arbeit in »Hannelore«. Foto: Jana Schwalbe

»Die  Zugmaschine, die liebevoll  Hannelore  genannt wird, kennt   wohl alles in und auswendig. Seit 1933 ist sie ein echtes Engeraner Original, das man täglich mit ein oder zwei beladenen Anhängern durch Enger zuckeln sah«, sagt Hartmut Vogt von den Landmaschinenfreunden. Ob Bretter, Bohlen oder Kanthölzer – Hannelore hat für ihre Firma Heckewerth jahrzehntelang Holz innerhalb der Stadt transportiert. Manchmal ist sie mit ihren 40 km/h sogar bis nach Bremen gefahren, um Holz abzuholen.

Seit Hannelores letztem Einsatz sind mehr als 30 Jahre vergangen. Zuletzt stand sie nur noch still – in in einer großen Holzhalle. »Damit die alte Dame wieder zum Laufen gebracht wird und   einen vorzeigbaren Zustand erhält, hat ihr Besitzer, die Firma Heckewerth, sie nun erst einmal in die Hände der Alttraktoren- und Landmaschinenfreunde aus Dreyen gegeben. Wir sind mehr als froh darüber, dass wir uns um die Zugmaschine kümmern dürfen. Sie ist das 43. Fahrzeug dieser Bauart und somit ein echtes Sammlerstück«, erklärt Hartmut Vogt.

Landmaschinenfreunde überarbeiten alte Zugmaschine

Doch mit ihren 82 Jahren ist die Zugmaschine nicht mehr die Jüngste – den Vereinsmitgliedern Heinrich Martmüller, Werner Nölkenhöhner und Kevin Hartshorne steht ein ganzes Stück Arbeit bevor, denn Hannelore soll bereits Anfang September – pünktlich zum Dreschfest –  den Engeranern präsentiert werden. »Bisher haben wir knapp 20 Stunden Arbeit in die Maschine gesteckt. Der größte Teil kommt aber noch, wir sind erst am Anfang«, so Martmüller zum bisherigen Stand. Besonders viel Aufwand dürfte der Motor verlangen – der ist nämlich mehr als 30 Jahre nicht mehr gelaufen. »Wir haben uns noch  nicht daran gewagt, den Motor zu starten, das probieren wir wohl nach dem Dreschfest im Herbst aus«, erklärt   Vogt.

Es ist aber fraglich, ob Hannelore demnächst wieder über Engeraner Straßen rollen wird. »TÜV wird sie  nicht mehr kriegen. Ihre Frontscheibe ist aus Fensterglas und heutzutage ist Sicherheitsglas vorgeschrieben«, weiß Martmüller.

Dadurch, dass der Fahrzeugbrief von 1933 noch erhalten ist, können die Alttraktoren- und Landmaschinenfreunde den Lebenslauf von Hannelore weitläufig rekonstruieren.

Trotzdem hoffen die Vereinsmitglieder der Landmaschinenfreunde, dass beim Dreyener Dreschfest am 5. und 6. September einige Engeraner anwesend sein werden, die noch Erinnerungen an die Zugmaschine haben und vielleicht auch eine persönliche Geschichte dazu erzählen können.

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