Mit Maske und auf Abstand: Gewerkschaften laden auf den Rathausplatz ein
Maikundgebung trotz Pandemie

Herford (WB/bex) -

Corona-hat die Arbeitswelt verändert, Defizite und Chancen aufgezeigt. Deshalb bleibt für die Gewerkschaften der 1. Mai ein wichtiger Tag, auch wenn die traditionelle Kundgebung erneut nur mit begrenzter Besucherzahl stattfinden kann.

Freitag, 23.04.2021, 13:42 Uhr
Wie bereits 2016 (Foto) wird Maike Finnern am 1. Mai die Ansprache bei der Maikundgebung in Herford halten. Foto: Ruth Matthes

Trafen sich im ersten Jahr der Pandemie etwa 20 Menschen auf dem Alten Markt in Herford, so wird in diesem Jahr der Rathausplatz Veranstaltungsort sein – der einzigen im Kreis Herford. Die in ansonsten üblichen Veranstaltungen in Bünde und Löhne fallen aus.

In Herford geht es am Samstag, 1. Mai, um 11 Uhr los. Friedel Böhse, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes, wird die Teilnehmer begrüßen. Es gilt Maskenpflicht und ein Abstandsgebot von mindestens 1,5 Meter (ausgenommen Personen aus demselben Hausstand). Maximal 200 Menschen sind zugelassen. Bürgermeister Tim Kähler wird ein Grußwort sprechen, bevor Hauptrednerin Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in NRW, das Wort ergreift. „Sie wird sich das Schul-Chaos in NRW vornehmen“, kündigt Peter Kleint, Geschäftsführer der IG Metall Herford, an. Die akutelle Corona-Politik habe die Schwächen deutlich aufgezeigt. „Aber es gibt viele andere Baustellen im Bildungsbereich“, sagt Friedel Böhse, einst selbst Berufsschullehrer mit Verweis auf den Lehrermangel an den Berufskollegs. Hermann Janßen, stellvertretender Verdi-Bezirksgeschäftsführer in OWL, wird die Kundgebung moderieren.

Für die Gewerkschaften haben sich in den vergangenen zwölf Monaten viele neue Themen eröffnet. „Keine Frage, Homeoffice ist in vielen Fällen eine gute Sache, bedeutet aber gerade für Familien mit Blick auf geschlossene Schulen oder Kitas eine Mehrbelastung“, meint Kleint. Für viele neue Herausforderungen gebe es weder eine tarifliche noch gesetzliche Regelung.

Janßen fordert mit Blick auf die in der Pandemie nur zu Anfang beklatschten Mitarbeiter im Gesundheitswesen nicht nur mehr Wertschätzung, sondern eine deutliche bessere Bezahlung. Und nicht zuletzt stehe der heimische Einzelhandel vor gewaltigen Veränderungen – durch Pandemie und Weggang von großen Playern wie H&M und Saturn aus Herford. „Es wird hier mehr prekäre Arbeitsverhältnisse geben“, prognostiziert er.

Das Kinder- und Familienfest fällt erneut aus.

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