Ortsunionen aus Herford und Bad Salzuflen kritisieren die Planungen der Bahn
CDU kämpft gegen ICE-Trasse

herford -

Der Widerstand gegen eine mögliche ICE-Trasse wächst: Die CDU Ortsunionen Elverdissen und Lockhausen/Biemsen-Ahmsen sehen die Planungen für die Bahnstrecke Bielefeld-Hannover äußerst kritisch.

Donnerstag, 15.04.2021, 15:23 Uhr aktualisiert: 15.04.2021, 15:26 Uhr
Rauscht der ICE bald durch Elverdissen und Lockhausen? Es gibt Überlegungen für eine dort verlaufende Neubaustrecke. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Nach den Vorträgen der Projektleiter der Bahn im Hauptausschuss der Stadt Bad Salzuflen und im Rat der Stadt Herford fordern die lokalen Christdemokraten eine Beteiligung als betroffene Kommunen bei den Planungsgesprächen. „Unsere Ortsteile sind mit am Stärksten betroffen, wenn die Bahn eine neue ICE-Trasse baut“, meint Andre Schielmann, Lockhauser CDU-Ratsmitglied. „Diese neue Trasse würde viel Natur zerstören und eine Menge an Lärm bringen.“

Deshalb wollen die beiden Ortsunionen ein Zeichen setzen und arbeiten kreisübergreifend gemeinsam gegen den Neubau der Trasse. Grundsätzlich begrüße man den Ausbau der bestehenden Trasse Bielefeld-Hannover und für die Optimierung des Bahnverkehrs. „Die Stärkung des Bahnverkehrs wird ein entscheidender Faktor für einen besseren Schutz unseres Klimas sein. Dies alles kann und muss auf der bestehenden Trasse erfolgen. Nur so kann der Ausbau flächenschonend geschehen und die Belange der Menschen in Herford und Bad Salzuflen insbesondere in Elverdissen, Lockhausen, Ahmsen und Biemsen berücksichtigt werden“, so Oliver Galling, CDU-Ortsunionschef von Elverdissen und Ratsmitglied. Eine Neubautrasse sei nicht nur unverantwortlich gegenüber Mensch, Umwelt und Natur, sondern auch unverhältnismäßig teuer.

Beide Ortsteile sind bereits sehr stark von der Autobahn A2 und der Ostwestfalenstraße betroffen. „Irgendwann ist das Fass voll und man kann den Einwohnern nicht noch mehr zumuten“, meint Andre Schielmann und ergänzt: „Was nützt eine schnellere Verbindung, wenn die Bahn noch nicht einmal ihre jetzigen Fahrpläne einhält und die Züge sich reihenweise verspäten. Außerdem sollte die Bahn sich mehr einer vernünftigen Preispolitik widmen, anstatt unrealistischen Planungen nachzugehen.“

Susanne Büttner aus Elverdissen könnte vom Neubau betroffen sein. Die CDU-Ratsfrau sagt: „Die Bahn schiebt einen Investitionsstau von 30 Milliarden Euro vor sich her. Wie passt es dazu, nun eine Neubaustrecke zu planen, die neben der ausreichenden Bestandsstrecke auch Unterhaltskosten verursacht. Man ist noch nicht einmal in der Lage, das bestehende Netz in Stand zu halten.“

Die lange Bauzeit, die vielen Baufahrzeuge und der Beton seien nicht klimafreundlich, und auch höhere Geschwindigkeit koste mehr Energie. Der Ausbau des Nahverkehrs wäre aus Sicht der CDU sinnvoller. Durch die Pandemie werde sich das Reiseverhalten ohnehin verändern, viele Geschäftsreisen würden entfallen, weil Online-Meetings schneller und kostengünstiger durchzuführen seien. Es sei richtig, dass zur Erreichung der Klima- und Umweltziele eine Verlagerung des Güter- und Personenverkehrs auf die Schiene nötig ist. „Dafür darf aber nicht unnötig wertvolle Landschaft versiegelt wird.“

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