Mit einem Klick die Geschichte des Bünder Universums hören – ein QR-Code macht‘s möglich
Ein ganz besonderes Kino

Bünde -

Ab sofort erzählt das historische Kino Universum in Bünde seine Geschichte selbst. Direkt vor Ort können Besucher nun mit nur einem Klick anhören, was das Bauwerk erlebt hat. Dies funktioniert per QR-Code für das Smartphone, der am Denkmal angebracht wurde.

Dienstag, 06.04.2021, 02:40 Uhr

(WB/hr) Das Universum ist eins von zunächst zwölf Denkmalen in NRW, die in kurzen Audiobeiträgen ihre Geschichte erzählen. Ein weiteres Denkmal ist das Bauernbad in Kirchlengern. Möglich gemacht haben das die staatliche Lotteriegesellschaft Westlotto und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Christian Kowalewsky, 1. Vorsitzender des Fördervereins Universum, ist von der Neuerung begeistert: „Ich freue mich, dass unser Universum mit diesem kontaktlos zu benutzenden QR- Code so lebendig seine Geschichte erzählen darf.“ Das historische Kino sei in der Tat etwas ganz Besonderes, sagt Kowalewsky. Als Filme immer populärer wurden, seien sie anfangs in den Sälen von Gaststätten gezeigt worden. Doch das Universum sei ausschließlich für die Vorführung von Filmen gebaut worden. So ließ 1924 der Bünder Heinrich Lindewirth die Schlosserei neben seinem Wohnhaus an der heutigen Hauptstraße im Stadtteil Bünde-Ennigloh abbrechen und dort nach Entwürfen des Herforder Architekturbüros Friedmann & Seher ein Lichtspieltheater errichten.

Mit dem Film „Der Glöckner von Notre Dame“ nahm das „Lichtspielhaus Wittekind“ – so der damalige Name – am 7. November 1924 den Betrieb auf. In den folgenden Jahrzehnten erfreute sich das Kino an der Hauptstraße großer Beliebtheit. Nachdem im Jahre 1979 allerdings die neuen Bünder Lichtspiele (Büli) mit gleich zwei Kinosälen im Bünder Stadtzentrum direkt neben „Woolworth“ eröffnet wurden, endete 1980 der Spielbetrieb im Universum. Von einstmals drei florierenden Kinos in Bünde (Universum, Capitol und Büli) überlebte nur das neue Büli.

Den Verfall dieses einmaligen Denkmals wollten einige engagierte Kinoliebhaber nicht hinnehmen. Am 22. Dezember 1992 trafen sich deshalb 17 Interessierte in der Messe der Marinekameradschaft Bünde und beschlossen mit maßgeblicher Unterstützung von Rat und Verwaltung der Stadt Bünde die Gründung des Fördervereins Universum.

In den Folgejahren wurde das Denkmal renoviert, ein Anbau für gastronomische Zwecke kam hinzu. Fördermittel in beträchtlicher Höhe kamen vom Land NRW. Am 21. August 2001 konnte das Universum als neues Kultur- und Begegnungszentrum in Bünde im Rahmen einer großen Eröffnungsgala den Betrieb aufnahmen. Seitdem hat es sich unter anderem als bundesweit bekannter Veranstaltungsort für Comedy etabliert. Coronabedingt mussten in den vergangenen Monaten allerdings zahlreiche Auftritte abgesagt und verlegt werden. „Momentan ist Kultur leider still, da es keine Veranstaltungen geben darf. Ich freue mich, hier etwas zu hören und hoffe, dass das Universum bald wieder mit Leben gefüllt wird“, sagt Dirk Kaiser, Intendant der Stadtkultur.

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