Neues Forstkonzept für den Kreis soll kommerzielle Nutzung und Naturnähe vereinen
Fraktionen schließen Waldfrieden

Herford (WB) -

Weniger Fichten, mehr heimisches Holz, keine Großgeräte, behutsamer Aufwuchs – warum habe sich der Kreis nicht einfach an die Bewirtschaftungs-Grundsätze der achtziger Jahre gehalten? „Dann hätten wir heute all’ diese Probleme nicht“, behauptet Ingo Ellermann (Grüne) im Kreisumweltausschuss.

Donnerstag, 04.03.2021, 20:30 Uhr
Die heimischen Wälder, hier der Forst am Homberg, leiden unter dem Klimawandel. Der Kreis will mit einem neuen Konzept dagegen angehen. Die Bewirtschaftung wird aber nicht gestoppt. Foto: Bernd Bexte

„Das haben wir doch“, entgegnet Karl-Heinz Diekmann aus der Umweltverwaltung des Kreises. Doch vor Trockenheit und Borkenkäfer habe es auch noch die schlimmen Stürme gegeben. Kyrill (2007) und Friederike (2018) hießen die beiden schlimmsten von ihnen. Diekmann: „Ohne Großgeräte hätten wir das Holz nicht aus den Wäldern bekommen. Da hätten wir keinen Mann mit einer Säge reinschicken können.“

Nach Stürmen, Trockenheit und Käfer suchen nicht nur SPD und Grüne, wie berichtet, nach einer neuen, nachhaltigen Bewirtschaftung der 330 Hektar kreiseigenen Waldfläche . Vom zunächst öko-orthodox anklingenden Verzicht auf jede Form von kommerzieller Holznutzung in ihrem Antrag ist im Ausschuss keine Rede mehr. Stattdessen lobt Ellermann das kommerziell genutzte Holz als „wichtigen Rohstoff“ und „hohen CO2-Senker“. Dem schließt sich auch Burkhard Wolff (Linke) an. Aus der CDU gibt es auch keinen Widerstand gegen eine naturnahe Wiederaufforstung, sie bringt stattdessen ihre Idee von den „Tiny Forests“, den kleinen Wäldern in Tennisplatzgröße, im künftigen Konzept unter. Detlef Kaase (CDU): „Einem Totalverzicht auf kommerzielle Nutzung hätten wir widersprochen, doch man kann diesen Anteil natürlich verringern.“

Umweltdezernentin Dr. Beatrix Wallberg mahnt die Verkehrssicherheitspflicht in den Wäldern des Kreises an: „Wenn ein Stamm quer über einem Weg liegt, müssen wir ihn entfernen.“ Und ganz so streng will Angelika Fleischer (Grüne) die Konzentration auf heimisches Holz auch nicht verstanden wissen: „Es kann sein, dass es neue Bäume ohne Hilfe benachbarter Pflanzen oder anderer Baumarten nicht schaffen. Dann brauchen sie natürlich Hilfe.“

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