Weiteres Gremium zur möglichen neuen ICE-Trasse wird im Umweltausschuss des Kreises Herford abgelehnt
„Um Himmels Willen nicht noch ein Beirat“

Herford (WB) -

Einen Trassenbeirat des Kreises Herforder, der sich mit der möglichen neuen ICE-Trasse quer durch die Region befasst, wird es nicht geben. Eine Mehrheit hat die Idee jetzt im Kreisumweltausschuss abgelehnt.

Donnerstag, 04.03.2021, 17:20 Uhr
Gegen den möglichen Neubau einer ICE-Trasse quer durch mehrere Kreise in Ostwestfalen-Lippe regt sich breiter öffentlicher Widerstand.

Der 5,9 Milliarden Euro teure Plan der Deutschen Bahn AG, eine Schneise in die Landschaft zwischen Bielefeld und Hannover zu schlagen, um die beiden Städte in 37 Minuten miteinander zu verbinden, weckt hohe Widerstandskraft. Bürger in den Kreisen Herford, Minden-Lübbecke und Lippe protestieren in Briefen, in sozialen Internetmedien und treten Initiativen bei. Kandidaten für die Bundestagswahl im September spüren ihr großes Thema auf.

Einen Teil dieser mobilisierten Kräfte hätte die CDU gerne in einen beim Kreis angesiedelten Beirat gelenkt . Er könne, so argumentierte Detlef Kaase (CDU) am Mittwoch im Kreisumweltausschuss, als Sammelbecken für Gegner und Befürworter der neuen Trasse dienen. Kaase stellte heraus, dass damit der Kreistagsbeschluss zur klaren Favorisierung einer Strecke entlang der Bestandstrasse mit keiner Silbe in Frage gestellt werde. „Allerdings könnte der Beirat das Thema Bahnverkehr breiter angehen.“ So sei zum Beispiel eine vom SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwarzte vorgeschlagene S-Bahn-Verbindung von Minden nach Gütersloh auch auf die Akzeptanz von Menschen angewiesen, die an dieser Strecke wohnen würden. Die AfD trug den Vorschlag mit.

Doch Ulrich Rolfsmeyer (SPD) und Angelika Fleischer (Grüne) lehnten den Köder dankend ab. Rolfsmeyer möchte den Widerstand gerne in der aus Vlotho herausgewachsenen Bürgerinitiative „Widuland“ belassen , die inzwischen sowohl von ihrer Mitgliederzahl her als auch mit der in ihr vereinten Expertise eine enorme Schlagkraft gewonnen habe: „Die Stimme, die sie erhebt, sollte nicht an anderer Stelle verwässert werden.“

Fleischer wollte „um Himmels willen nicht noch einen weiteren Beirat“ herbeigründen, ihr Fraktionskollege Ingo Ellermann verwies auf den Arbeitskreis Politik der Bürgerinitiative als mögliches Mitwirkungsgremium. Burkhard Wolff (Linke) habe die Idee der CDU zunächst als sehr attraktiv empfunden, schließe sich nach gründlicher Abwägung aber der Ablehnung von SPD und Grünen an. Es war die Mehrheit.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7849691?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
FC Bayern «missbilligt» Flicks öffentlichen Abschiedswunsch
Will den FC Bayern München verlassen: Hansi Flick.
Nachrichten-Ticker