Schutz vor Covid-19: Herforder Landrat Jürgen Müller fordert vom Land schnelle Lösungen zur Impfung Schwerkranker
„Es geht um Leben und Tod“

Herford (WB) -

In der Debatte um die Impfberechtigung hat Landrat Jürgen Müller (SPD) beim Land Nordrhein-Westfalen um Klarheit gebeten. Immer wieder gibt es wegen der Priorisierung der Personengruppen Irritationen, weil die Voraussetzungen nicht eindeutig geregelt sind.

Mittwoch, 17.02.2021, 16:44 Uhr aktualisiert: 17.02.2021, 17:14 Uhr
Dem Kreis Herford liegen mehrere Anfragen von Risikopatienten bezüglich einer Impfung vor.

Der Kreis Herford hat mehrfach Anfragen von Risikopatienten erhalten, die dringend eine Corona-Schutzimpfung benötigen. Diesen Personen kann mit einem ärztlichen Zeugnis eine Impfberechtigung erteilt werden.

Zur Ausstellung eines solchen ärztlichen Zeugnisses sind nach der Corona-Impfverordnung ausschließlich Stellen vom Landesgesundheitsministerium berechtigt. „Da diese Stellen vom Land bisher nicht benannt wurden, konnten den Betroffenen noch keine ärztlichen Zeugnisse ausgestellt werden und die dringend erwartete Impfung nicht erfolgen“, sagt Jürgen Müller.

Landrat und Kreisdirektor Markus Altenhöner haben sich mehrfach an das Ministerium gewandt und um Klarstellung hinsichtlich der Zuständigkeit für die erwähnten Einzelfallentscheidungen gebeten. Eine Anlaufstelle für Betroffene gebe es jedoch bis heute nicht.

Mich erreichen viele Nachrichten von besorgten Angehörigen und Betroffenen mit zum Teil schweren Erkrankungen.

Landrat Jürgen Müller (SPD)

In einem erneuten Schreiben an das NRW-Gesundheitsministerium, in welchem er sich auf den Fall eines jungen Mannes aus Herford bezieht, der wegen einer bevorstehenden Nierentransplantation dringend eine Impfung erhalten muss, fordert Landrat Müller vom Land endlich eine schnelle Lösung für dieses Problem: „Mich erreichen viele Nachrichten von besorgten Angehörigen und Betroffenen mit zum Teil schweren Erkrankungen. Die Schicksale dieser Menschen gehen mir sehr nahe, ihre Erkrankungen dulden häufig keinen Aufschub der Impfung. Mich macht es traurig und wütend zugleich, das nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und das Anspruchsberechtigte mit hoher Priorität aufgrund der restriktiven Regelungen in der Reihenfolge zurückfallen. Wir brauchen deshalb eine schnelle Antwort und eine schnelle Lösung, denn es geht um Leben und Tod.“

Müller fragt deshalb gezielt nach, welche Stelle ab wann über dringende Einzelfälle entscheidet und welche Übergangslösungen es gibt, bis diese Stelle vom Land bestimmt worden ist. Darüber hinaus will er wissen, welche Impfstoffe für Menschen unter 65 Jahren und mit schweren Vorerkrankungen zur Verfügung stehen.

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