Nach Corona-Impfung mit Astrazeneca leiden einige an grippalen Symptomen – trotzdem keine Fahrzeuge im Kreis Herford außer Dienst
Krankmeldungen im Rettungsdienst

Bünde/Enger (WB) -

Die ersten Mitarbeiter des Rettungsdienstes im Kreis Herford sind mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca geimpft worden. „Bei einigen gab es Nebenwirkungen mit grippalen Symptomen, die in der Regel ausschließlich am Folgetag auftraten“, sagt Petra Scholz, Sprecherin des Kreises Herford. Es sei zu Krankmeldungen gekommen. Ein Großteil sei allerdings nicht für einen Dienst eingeteilt gewesen.

Mittwoch, 17.02.2021, 14:24 Uhr aktualisiert: 17.02.2021, 15:20 Uhr
Insgesamt ist der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca bisher 120 Mal in Enger gespritzt worden. Foto: dpa

Zu Ausfällen im Rettungsdienst kam es im Kreis Herford anders als im Nachbarkreis Minden-Lübbecke nicht. Dort waren 320 Rettungsdienstler gleichzeitig mit Astrazeneca geimpft worden. Einige mussten sich wegen der Nebenwirkungen am nächsten Tag krankmelden , so dass der Rettungsdienst nach Angaben des Kreises Minden-Lübbecke zwischenzeitlich personell nicht optimal aufgestellt war.

Die auftretenden Nebenwirkungen sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert.

Dr. Steffen Grautoff, ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts im Kreis Herford

Dr. Steffen Grautoff, ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts im Kreis Herford, erläutert: „Die auftretenden Nebenwirkungen sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert. Die Reaktion des Immunsystems ist ein gewünschter Effekt, der sich in unterschiedlicher Ausprägung zeigen kann.“ Grundsätzlich seien solche unangenehmen Nebenwirkungen trotzdem das geringere Übel als die Erkrankung Covid-19 selbst. „In den meisten Fällen treten sie auch nur für einen Tag auf. Daher ist eine Impfung weiter empfehlenswert. Man sollte sich für den Folgetag möglichst keine wichtigen Termine vornehmen“, empfiehlt Grautoff.

Im Kreis Herford sind anders als im Nachbarkreis nicht alle Wachen zum selben Zeitpunkt geimpft worden. Es mussten zu keinem Zeitpunkt Fahrzeuge außer Dienst gehen. Die Feuerwehren waren noch gar nicht an der Reihe.

„Das Rettungsdienstpersonal war bei den Covid-19-Impfungen – wie vom Kreis Herford grundsätzlich bei jedem Impfstoff empfohlen – auf mehrere Termine verteilt worden, um das Risiko von Ausfällen am Folgetag zu minimieren“, erklärt Scholz. Außerdem wurden die zur Impfung Eingeladenen möglichst zu prozentual gleichen Teilen zu den jeweiligen Terminen auf die Wachen verteilt. „So konnte das Risiko, dass eine Wache besonders betroffen ist, reduziert werden“, so Scholz. Der Kreis hatte die Impforganisation für die Wachen Bünde, Herford und Löhne zentral gesteuert.

Insgesamt sind im Impfzentrum in Enger bisher 120 Personen mit dem Vakzin von Astrazeneca versorgt worden. Etwa 30 Prozent der zum Termin Geladenen hätten die Spritze mit diesem Wirkstoff abgelehnt – eine ähnliche Quote wie in Bielefeld. „Nach 50 Prozent der Impfungen kommt es zu heftigen Nebenwirkungen. Die fallen dann so stark aus, dass jemand dienstunfähig geschrieben werden muss“, erklärt Dr. Frank Walhöfer, Leiter des Impfzentrums in Enger. Das spreche sich herum, vor allem in den Pflegeberufen.

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