Lkw-Fahrer weichen dem Schnee auf der A2 aus und hängen über Nacht in Vlotho fest
Stau-Chaos vor der Weserbrücke

Vlotho (WB) -

Die Lkw-Fahrer wollten dem Monster-Stau auf der A2 ausweichen und saßen über Nacht auf der B514 in Vlotho fest. Nadelöhr Richtung Exter war die schneeglatte Auffahrt zur Weserbrücke. Das Rote Kreuz versorgte 100 Fahrer mit Kaffee und Decken, die Stadtverwaltung spendierte belegte Brötchen.

Dienstag, 09.02.2021, 19:38 Uhr aktualisiert: 10.02.2021, 06:44 Uhr
Ein Blick am frühen Morgen aus dem Rathaus-Fenster: Nur ganz langsam löst sich auf der Weserstraße der Stau mit 100 Lastwagen auf. Foto: Stadt Vlotho / DRK Vlotho

Schnee-Chaos auf der A2, Stau-Chaos in Vlotho: Auf der Weserstraße standen in der Nacht auf Dienstag etwa 100 Lastwagen, die in Holtrup und Veltheim die A2 verlassen hatten. Auf der Umleitungsstrecke wollten sie zunächst bis Exter gelangen. Endstation war die Auffahrt zur Weserbrücke. Wegen der Glätte war sie unpassierbar. Seit den Abendstunden stauten sich die schweren Lkw, die aus Richtung Kalletal und Bad Oeynhausen gekommen waren. „Zum Teil in drei Reihen nebeneinander“, berichtet DRK-Leiter Florian Schrader.

Stau-Chaos in Vlotho

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  • Kein Durchkommen auf der Weserstraße

    Kein Durchkommen auf der Weserstraße

    Foto: Stadt Vlotho
  • Versorgen die Trucker mit Brötchen (von links): Bürgermeister Rocco Wilken, Axel Mowe, Claudia Vogt und Marion Schröder.

    Foto: Stadt Vlotho
  • Mitarbeiter aus dem Rathaus bringen Brötchen.

    Foto: Stadt Vlotho
  • Schneeeinsatz für das Rote Kreuz.

    Foto: DRK Vlotho
  • Nichts geht mehr am Busbahnhof.

    Foto: Axel Mowe
  • Die Lastwagen stehen seit der Nacht.

    Foto: Stadt Vlotho
  • Hier kommt Verpflegung für die Trucker.

    Foto: Stadt Vlotho
  • Blick aus dem Rathaus auf den Stau.

    Foto: Stadt Vlotho
  • Hilfe kommt vom Roten Kreuz.

    Foto: DRK Vlotho
  • Im DRK-Heim gibt es Nachschub für die Helfer.

    Foto: DRK Vlotho

Helfer des Deutschen Roten Kreuzes versorgten am Morgen die festsitzenden Fahrer mit Kaffee und warmen Decken. Wer wollte, durfte die Sanitärräume im nahe gelegenen DRK-Heim nutzen. Erst gegen 10.30 Uhr hatte sich der Stau weitgehend aufgelöst. Rotkreuzleiter Florian Schrader: „Wir müssen jetzt sofort zum nächsten Einsatz Richtung A30. Wir wissen noch nicht, was uns da erwartet.“ Auch dort standen Lastwagen im Stau, auch dort wurden die Fahrer vom DRK mit heißen Getränken und warmen Decken versorgt.

Am Dienstag um 6 Uhr hatte die Leitstelle des Kreises Herford das DRK Vlotho angefordert, um die Lage auf der A2 zwischen Bad Oeynhausen und Exter zu erkunden. Florian Schrader: „Zu diesem Zeitpunkt war dort alles wieder frei.“ Die Lkw standen längst schon in Vlotho. Um ihre Fahrer kümmerten sich die DRK-Helfer nach ihrer Rückkehr von der Autobahn.

Die Lkw-Fahrer waren sehr dankbar über die Hilfe in Vlotho.

Rocco Wilken

Hilfe kam für sie auch aus dem Rathaus: Claudia Vogt, Marion Schröder und Axel Mowe hatten am frühen Morgen bei heimischen Bäckern kurzfristig 120 belegte Brötchen geordert, um sie im Stau zu verteilen. Die polnischen Fahrer wurden in ihrer Landessprache mit „Dzień dobre“ („Guten Morgen“) begrüßt, berichtet Bürgermeister Rocco Wilken, der selber vor Ort war und wie auch Axel Mowe wegen der partnerschaftlichen Beziehungen zur Stadt Lubsko ein paar Brocken Polnisch spricht. Einige der Fahrer hätten bereits 22 Stunden bei Bad Oeynhausen gestanden, bevor sie dann in Vlotho vor der Weserbrücke die Nacht verbringen mussten. „Die Lkw-Fahrer waren sehr dankbar über die Hilfe in Vlotho“, sagt der Bürgermeister.

Auf der nach dem massiven Wintereinbruch kaum noch passierbaren Autobahn verbrachten die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) aus Vlotho-Bad Oeynhausen die halbe Nacht. Ihre Aufgabe: Lastwagen freischleppen, die sich vor Steigungen festgefahren hatten. Vlothos THW-Ortsbeauftragter Andreas Bartels: „Die Autobahnpolizei hatte uns am frühen Nachmittag angefordert. Am Kreuz Bad Oeynhausen ging gar nichts mehr. Lastwagen blockierten die Fahrbahnen.“

30 Minuten nach der Alarmierung waren die Helfer am Standort auf der Lohe. Mit drei Allrad-Lkw, Schneeketten auf den Rädern und Abschleppstangen an Bord fuhren insgesamt zehn Einsatzkräfte Richtung A2. Gemeinsam mit Kameraden anderer THW-Einheiten konnten zahlreiche Lastwagen aus den Schneemassen befreit werden. Nach zehn Stunden auf der A2 endete für das THW der erste Wintereinsatz des Jahres.

Aufgrund der Wetterprognosen waren die örtlichen THW-Einheiten bereits am Wochenende von übergeordneter Stelle in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Andreas Bartels: „Wir stehen weiterhin zur Verfügung.“

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