Fast alle 153 Senioren können zum Start Termine einhalten – Rettungskräfte helfen bei An- und Abfahrt
Impfzentrum trotzt Schnee-Chaos

Herford (WB) -

Um 14 Uhr war es am Montag endlich soweit: Das Impfzentrum für den Kreis Herford öffnete erstmals seine Pforten – trotz Schnee-Chaos, Termin-Pannen und überschaubarer Impfmengen.

Montag, 08.02.2021, 19:00 Uhr
Der begehrte Stoff: ein Fläschchen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer. Foto: Kreis Herford

„Und am Morgen haben mir noch zwei Ärztinnen wegen des Wetters abgesagt“, hatte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Frank Walhöfer, am Vormittag beklagt. Dafür lief es dann aber erstaunlich gut für den ersten Tag in der ehemaligen Alno-Verwaltung im Industriegebiet Bustedt.

An sechs Tagen die Woche sind dort zunächst drei Impfstraßen für die über 80-jährigen in Betrieb. „Wir haben zwischen 8 und 12 Uhr alle 153 Impflinge mit einem Termin am heutigen Tag angerufen. Davon haben wir 141 erreicht. Einige benötigten Hilfe bei der An- und Abreise“, erläutert Krisenstabsleiter und Kreisdirektor Markus Altenhöner. „Dabei haben uns die Feuerwehren aus allen Kommunen, die Bundeswehr und das Rote Kreuz unterstützt.“

Auch am heutigen Dienstag sollen bis 12 Uhr alle Senioren mit einem Termin – in den ersten Wochen sind es täglich immer 153 – telefonisch kontaktiert werden. Wer keinen Anruf erhält, sollte sich beim Bürgertelefon des Kreises unter Tel. 05221/131500 melden.

„Im äußersten Notfall können wir versuchen, auch am Folgetag einen Termin zur Verfügung zu stellen. Niemand wird vergessen oder muss Angst haben, dass sie oder er den Impfstoff nicht erhält“, betont Altenhöner.

Er habe im Gespräch mit einigen Impfpatienten ein „sehr positives Feedback für die Organisation im Impfzentrum und insbesondere für die Hilfeleistung des Kreises bei der An- und Abreise“ erhalten.

Das bestätigt auch Walhöfer: „Viele Impflinge waren mit dem Impfvorgang zufrieden, betonten aber besonders, wie glücklich sie über die Unterstützung beim Transport zum Impfzentrum waren“. Für die Senioren und deren Begleitpersonen gibt es am Bustedter Weg 16 auch Warteräume mit ausreichend Abstand, damit niemand frieren muss.

Altenhöner weiß, wie groß der Druck ist: „Uns haben viele Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern erreicht, die keinen Impftermin bekommen haben oder noch nicht für eine Impfung vorgesehen sind. Als Kreis Herford haben wir aber keinen Einfluss auf Terminvergabe und Impfreihenfolge.“

Ebenso sei es mit dem Impfstoff: Es ist unklar, wie viel Vakzin zu welchen Zeitpunkten zur Verfügung stehen wird. „Wir sind darauf angewiesen, wie viel uns vom Land zur Verfügung gestellt wird“, hatte Walhöfer bereits vergangene Woche gesagt und angekündigt, dass nach vier Wochen der Betrieb auf zwei Schichten – dann auch von 8 bis 12 Uhr – um weitere 153 Impfungen täglich erweitert werden solle.

Für den Betrieb des Impfzentrums sind tagtäglich etwa 60 Personen im Einsatz. Dazu zählen 20 Mitarbeiter/innen des DRK, 15 Bundeswehrsoldaten aus Minden (Zugangskontrolle), Sicherheitsdienst, Reinigungskräfte sowie Personal der Kreisverwaltung.

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