Kommentar zu 100.000-Euro-Holzhütte für Minigolf-Platz in Bünde
Kostenexplosion wirft viele Fragen auf

Dass ein Kassenhäuschen mit WC-Anlage für einen Minigolf-Platz, das zunächst für 46.000 Euro geplant war, am Ende mit 100.000 Euro zu Buche schlagen soll, wirft viele Fragen auf.

Freitag, 05.02.2021, 18:10 Uhr
Foto: Daniel Salmon

 

Wann hat der Förderverein Ennigloh aktiv die Kontrolle über die Kosten verloren? Warum hat die Stadt Bünde – immerhin hat sie das Projekt mit 30.000 Euro aus öffentlichen Mitteln unterstützt – nicht ein genaueres Auge auf das Projekt im Dustholz gehabt? Und warum will die Sparkassen-Stiftung – nachdem sie den Bau ja schon bereits mit 3000 Euro unterstützt hatte – die Holzhütte noch mal mit knapp 54.000 Euro fördern?

Klar, der Verein hatte die Summen jeweils beantragt, was auch sein gutes Recht ist. Der letzte Antrag ging aber nach Dokumenten, die dieser Zeitung vorliegen, erst raus, nachdem schon längst feststand, dass die Kosten für das Projekt völlig ausgeufert waren. Ein verzweifelter Hilfeschrei, den die Stiftung letztlich gehört hat und auf den sie auch reagieren möchte. Zumindest wenn die Stadt den Pachtvertrag für die Minigolf-Anlage mit Ennigloh aktiv um zehn Jahre verlängert. Das sollte schon längst geschehen sein. Doch die Bünder Ratsleute, die den Vertrag im Dezember absegnen sollten, bekamen anscheinend Bauchschmerzen und schoben die Entscheidung auf. Aber warum, wenn in der Sache doch alles mit rechten Dingen zugegangen sein soll.

Fest steht: Der Verein Ennigloh aktiv macht seit Jahren einen tollen Job, bereichert das Leben im Stadtteil mit tollen Aktionen – etwa dem Ennigloher Herbst – und betreibt mit Liebe und viel Einsatz die Minigolf-Anlage. Eine Vorverurteilung von handelnden Akteuren ist daher völlig unpassend und ungerecht. Dennoch muss sich der Vorstand nun in Gesprächen mit der Bünder Politik zum ganzen Sachverhalt und zum zeitlichen Ablauf der Ereignisse äußern. Und die Ergebnisse dieses Dialogs sollten nicht geheimgehalten, sondern transparent und öffentlich gemacht werden. Ein weiteres Versteckspiel in dieser Sache hilft niemandem weiter. Zumal auch die zahlreichen übrigen Bünder Vereine ein Auge auf die Angelegenheit haben werden.

Auch andere Ehrenamtler sind oftmals auf die Unterstützung durch öffentliche Gelder angewiesen – und verfolgen die entbrannte Debatte mit großem Interesse.

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