Gelände in Bünde an GMD verkauft – Lagerflächen sollen vermietet werden – Dieter Bohlen einst beim Schützenfest
Schützen verlieren ihr Vereinsheim

Bünde/Spenge (WB) -

In den 70er und 80er Jahren hat der SV Dreiländereck rauschende Schützenfeste gefeiert, war 400 Mitglieder groß – und regelmäßig sind Promis aufgetreten. So waren unter anderem Dieter Bohlen, Paola Felix, Gunter Gabriel und Heino dabei. Jetzt aber kommen die wohl schwersten Zeiten auf die Schützen zu.

Freitag, 05.02.2021, 05:55 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 10:00 Uhr
Vorsitzender Burkhard Rögge hat die Schießanlage bereits abgebaut, Schatzmeisterin Renate Eisele regelt das Organisatorische. Noch ist aber einiges zu tun. Foto: Kathrin Weege

„Wir müssen unser Vereinsheim räumen, das Gelände wurde verkauft“, sagt Renate Eisele, Schriftführerin des Vereins. Neue Eigentümerin ist die Firma GMD, eine vermögensverwaltende Gesellschaft, deren Geschäftsführer identisch mit denen der Firma Herbrechtsmeier sind.

Die elektronische Schießanlage ist bereits demontiert und verkauft – über sie freut sich der Schützenverein in Spenge. Ein Kugelfang geht nach Löhne-Obernbeck. „Unsere Anlage verfügte über acht Luftgewehrstände und je sechs Kleinkaliber- und Pistolenstände“, berichtet Renate Eisele. Das Schützenheim sei das einzige im Kreis Herford gewesen, das komplett barrierefrei war.

Gegründet wurde der Verein 1926. Die Unterkunft an der Herforder Straße wurde im Jahr 1980 errichtet. „Der damalige Vorsitzende betrieb auf dem Gelände einen Getränkegroßhandel. Es wurde ein Vertrag geschlossen, der über 30 Jahre lief. Die Schützen bauten Küche, Club- und Tresorraum sowie die Schießanlagen“, blickt Eisele zurück, die seit 2000 Mitglied im Verein ist. Eigentlich habe man damals so schon das Ende des Vereins besiegelt, meint sie.

Nachdem der Vertrag vor zehn Jahren auslief, hatten die Schützen ihr Heim weiter mieten können. Jetzt aber hat die Eigentümer-Familie das Gelände veräußert. „Am 15. Dezember kam die Mitteilung, dass das Gelände verkauft wurde, 14 Tage später flatterte uns die Kündigung zum 30. Juni 2021 ins Haus“, sagt Renate Eisele. Das sei schon ein Schock gewesen.

Der Verein wolle die Räumlichkeiten nun so schnell wie möglich verlassen, vielleicht sogar schon im Februar raus sein. „Wir haben mit dem Käufer gesprochen und müssen dann keine Miete mehr zahlen“, sagt die Schatzmeisterin.

Hatte der Verein in seinen besten Zeiten bis zu 400 Mitglieder und feierte Schützenfeste mit Königspaar und Hofstaat, war er zuletzt nur noch ein reiner Schießsportverein mit etwa 50 Mitgliedern. „Uns fällt der Abschied vom Vereinsheim ein kleines bisschen leichter, weil wir wegen Corona schon länger dort keine Treffen und Schießen mehr hatten“, meint die Bünderin.

Eigentlich wollten sie und ihr Partner Burkhard Rögge (seit 1990 Sportleiter und seit 2008 Vorsitzender) ihre Ämter bei der Jahreshauptversammlung im Februar in jüngere Hände weitergeben. „Das wäre aber wohl in der jetzigen Situation das Ende des Vereins“, vermutet sie. Also wollen beide weitermachen.

Nach Corona, so hofft Eisele, sollen dann monatlich gesellige Treffen in einer Gaststätte stattfinden. Und auch mit dem Schießsport soll es weitergehen. Die Schützen aus Ennigloh hätten schon die Nutzung ihres Luftgewehrstands zugesagt. „Für Kleinkaliber sind wir mit Bünde, Enger und Schweicheln im Gespräch. Auch die Spenger, die unseren elektronischen Schießstand gekauft haben, haben sich bereits angeboten“, sagt Renate Eisele und ist dankbar für die Unterstützung.

Die letzte richtig große Veranstaltung in Südlengern war das Auflage-Marathon-Schießen 2019 mit 180 Teilnehmern aus ganz Westfalen. 2020 musste es wegen der Pandemie ausfallen. Die Pokale stehen aber noch bereit. So könnte es eine weitere Auflage geben.

Und was wird GMD mit der Fläche machen? „Abgerissen wird das Gebäude nicht. Wir werden die Lagerfläche nicht selber nutzen, sondern sie vermieten“, sagt Dennis Huxohl, einer der drei Geschäftsführer von GMD und Herbrechtsmeier.

Kommentar von Kathrin Weege

Eine Ära geht zu Ende. Für viele Schützen ist das sicher der Moment, um sich an all die schönen Feste und Ereignisse zu erinnern. Der Mitgliederschwund in den vergangenen Jahren hat es vielen Vereinen schon schwer gemacht, die Pandemie nicht minder. Da trifft es die Schützen aus Südlengern hart, wenn sie nun ihr Vereinsheim aufgeben müssen.Toll aber, dass der Vorstand nicht den Kopf in den Sand steckt und nach Lösungen sucht und bereits mit anderen Vereinen im Gespräch ist. 

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