39-Jähriger soll bei Telefonat mit der Stadt ausgerastet sein – Prozess am 22. Februar
Bombendrohung gegen Bünder Jugendamt?

Bünde (WB) -

Dieser Anruf hat ein juristisches Nachspiel: Weil er wegen einer Beschwerde nicht zum Ersten Beigeordneten Günther Berg durchgestellt wurde, soll ein 39-Jähriger vor einigen Monaten gedroht haben, das Bünder Jugendamt in die Luft zu jagen. Am 22. Februar muss sich der Mann dafür vor Gericht verantworten.

Mittwoch, 03.02.2021, 05:40 Uhr
Bis vor wenigen Tagen war in diesem Gebäude an der Ortstraße noch das Bünder Jugendamt untergebracht. Im Sommer 2020 soll ein verärgerte Anrufer gedroht haben, das Haus in die Luft zu jagen. Der 39-Jährige steht Ende Februar vor Gericht. Foto: Daniel Salmon

 

Zugetragen haben soll sich der Vorfall im Sommer 2020 – am Vormittag des 16. Juli. Laut Anklageschrift wollte sich der Mann telefonisch beim Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters über Mitarbeiter des städtischen Jugendamtes beschweren, das damals noch in einem Gebäude an der Ortstraße untergebracht war. Nach Informationen dieser Zeitung soll es um Sorgerechtsstreitigkeiten gegangen sein.

Nachdem ihm eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung mitgeteilt habe, dass der Erste Beigeordnete derzeit keine Zeit hat, soll der 39-Jährige die justiziable Drohung ausgestoßen haben. Doch damit nicht genug: Scheinbar war der Mann über sein erfolgloses Telefonat so verärgert, dass er gegen 12 Uhr an jenem Tag vor dem Jugendamt auftauchte. Laut Bündes Rathaussprecherin Doris Greiner-Rietz soll der Angeklagte „massive Gewalt“ auf die seit Beginn der Corona-Pandemie verschlossene Eingangstür des Jugendamtes ausgeübt haben – er wollte sich so scheinbar Zutritt zum Gebäude verschaffen. „Eine Mitarbeiterin, die diesen Vorfall bemerkte, rief umgehend die Polizei“, so Greiner-Rietz.

Die Beamten erteilten dem Randalierer daraufhin einen Platzverweis. Die Stadt stellte in der Folge einen Strafantrag gegen den Bünder. Konkret wirft die Bielefelder Staatsanwaltschaft dem Mann nun Bedrohung und versuchte Sachbeschädigung vor. Bei einer Verurteilung wegen dieser Vorwürfe droht dem Mann nach Angaben eines Sprechers des zuständigen Bünder Amtsgerichts eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe.

„Vorfälle dieser Art werden bei der Stadtverwaltung sehr ernst genommen. Hier gilt die „Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz“, die 2017 vom ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Koch, einem Vertreter des Personalrates und der Gleichstellungsbeauftragten unterschrieben wurde“, erklärt Greiner-Rietz.

In der Erklärung wird ausgeführt, dass im Rathaus „gemeinsam alle geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um das Auftreten von Gewaltvorfällen und Gefährdungen von Mitarbeitern, Kunden und allen anderen Personen“ zu vermeiden. Es gelte: „Null Toleranz gegen Gewalt“. „Die Verwaltungsspitze verpflichtet sich bei der Verwirklichung einer Straftat – etwa bei der Anwendung körperlicher Gewalt, Bedrohungen, Sachbeschädigungen oder verbalen Belästigungen – zu einer konsequenten Ahndung“, betont Greiner-Rietz.

Die Rathaussprecherin ergänzt: „Leider ist zu beobachten, dass der Umgangston gegenüber städtischen Angestellten rauer wird und Grenzen immer schneller überschritten werden. Die meisten Fälle sind im Rettungsdienst, Sozialamt und beim Außendienst zu verzeichnen.“ Allein im vergangenen Jahr habe die Stadt daher elf Strafanzeigen gestellt.

Ähnlich gelagerter Fall 2016

Wegen einer ähnlich gelagerten Tat hatte ein ehemaliger Rödinghauser Ende 2016 für einen SEK-Zugriff gesorgt. Der Mann, ein ehemaliger Kampfschwimmer der Nationalen Volksarmee der DDR, hatte angekündigt, die Herforder Polizeiwache in die Luft zu jagen. Mit der Drohung wollte er die Herausgabe seiner beschlagnahmten Waffen erzwingen. Beim Zugriff der Elitepolizisten war der Mann leicht verletzt worden. 2018 war er unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens vor dem Bünder Amtsgericht zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zwar hatte er damals Reue gezeigt, war aber im Sommer 2019 – er war mittlerweile nach Bielefeld gezogen – wieder straffällig geworden. Der Mann hatte von seinem Balkon mit einem Luftgewehr Schüsse abgefeuert. Das rief – zum nunmehr dritten Mal – ein Sondereinsatzkommando auf den Plan, das die Wohnung stürmte und den damals 65-Jährigen überwältigte.

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