Bewohner im Bünder Seniorenzentrum „Haus Illumina“ erhalten ihre zweite Corona-Impfung
„Jetzt sind wir deutlich entspannter“

Bünde (WB) -

Im Bünder Lebens- und Gesundheitszentrums Illumina haben die Bewohner jetzt die zweite Corona-Impfung erhalten. Bewohner und Mitarbeiter sind erleichtert.

Dienstag, 02.02.2021, 05:40 Uhr
Dana-Sophie Trope (rechts) entnimmt einen Abstrich aus der Nase von Einrichtungsleiterin Britta Langewitz für den Schnelltest. Foto: Hilko Raske

„Das ist das erste Seniorenheim, das von uns die zweite Corona-Schutzimpfung erhält.“ Man merkt es Dr. Ivo Hüttemann an, dass sich beim Besuch des Lebens- und Gesundheitszentrums Illumina am Montagmorgen eine gewisse Routine eingestellt hat. 75 Senioren wohnen hier. Und 90 Prozent von ihnen erhalten eine Dosis des Biontech-Impfstoffes. „Unsere Bewohner freuen sich auf die Impfung. Sie sind über diese neuartige Virus-Erkrankung gut aufgeklärt und haben Respekt vor Corona“, schildert Britta Langewitz, Leiterin der Einrichtung an der Herforder Straße, die Stimmung im Haus Illumina.

Bislang, so Langewitz, sei unter den Bewohnern und Mitarbeitern kein Fall von Corona aufgetreten. Sie führt dies unter anderem auf die strengen Vorsichtsmaßnahmen zurück, die für Mitarbeiter, Bewohner, aber auch Besucher gelten. „Alle Mitarbeiter werden alle drei Tage mit einem Antigen-Schnelltest untersucht, die Bewohner einmal pro Woche.“ Besucher dürften die Einrichtung nur betreten, wenn sie sich bereit erklärten, sich im Eingangsbereich einem Schnelltest zu unterziehen. „Falls sie nicht einwilligen, müssen sie draußen bleiben.“ Und was ist mit den Bewohnern, die mal in die Stadt gehen oder ihre Familie besuchen? „Die werden direkt bei ihrer Rückkehr getestet – und dann alle drei Tage.“ Die Senioren zeigten viel Verständnis für diese Maßnahmen. Anders sei es bei manch einem Angehörigen. Da müsse man hin und wieder erst über den Sinn des Corona-Schutzes diskutieren.

Die regelmäßigen Antigen- und PCR-Tests gibt es natürlich nicht umsonst. Allerdings könne man die Kosten mit der Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen. Personelle Probleme bereite, dass man für die Tests immer eine Mitarbeiterin abstellen müsse. „Ich habe deshalb den Einsatz von Bundeswehrsoldaten dafür beantragt. Das ist mit etlichen Hürden verbunden: Wir müssen die Verpflegung und die Unterkunft bereitstellen – was kein Problem wäre – und die oder den Betreffenden auch noch selber abholen.“ Sollte der Soldat beispielsweise in Hamburg stationiert sein, würde sie dann aufgrund der Strecke darauf verzichten – „das wäre mir einfach zu weit.“

Kommentar

Auch wenn der Impfstart holprig gewesen ist: Inzwischen hat sich die Prozedur – zumindest in Altenheimen – eingespielt. Das ist erfreulich. Und auch die hohe Impfbereitschaft unter den Senioren zeigt, dass die Gefahr durch eine mögliche Covid-19-Infektion realistisch betrachtet wird. Nicht ganz so erfreulich ist, dass das Pflegepersonal das anders sieht. So hat im Haus Illumina sich nur jeder zweite Mitarbeiter bereit erklärt, an der Impfung teilzunehmen. Hier muss noch mehr und intensivere Aufklärungsarbeit geleistet werden. Denn das schützt alle.

...

Die volle Schutzwirkung der zwei Corona-Impfungen würde eine Woche nach der zweiten Impfung einsetzen, so Langewitz. Gibt es dann Privilegien für die bereits Geimpften? „Nein“, lautet die unmissverständliche Antwort. Die Impfung selber würde nämlich nicht unbedingt vor einer Ansteckung schützen, sondern die Symptome mildern. Insoweit werde man auch weiterhin an den Schutzmaßnahmen festhalten. „Ich gehe aber davon, dass mit der zweiten Impfung hier alle entspannter sein werden.“

Unterdessen bereitet sich Dr. Ivo Hüttemann schon auf seine nächsten Einsätze in Altenheimen vor. Er geht davon aus, dass mit einer zunehmenden Impfrate die allgemeine Impfbereitschaft in der Bevölkerung steigt. „Es ist inzwischen ja auch nachgewiesen, dass der Impfstoff bei den bekannten Mutationen des Virus hilft“, nennt er ein gewichtiges Argument.

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