Motocross-Ass Larissa Papenmeier ist überglücklich – Trophäe auf Gelände eines Busunternehmens aufgetaucht
Vom Familiengrab gestohlener WM-Pokal ist wieder da

Bünde (WB) -

Die Suche ist beendet: Der vom Grab ihres Vaters gestohlene WM-Pokal der Bünder Weltklasse-Motocrossfahrerin Larissa Papenmeier ist wieder da. „Meine Freude ist unbeschreiblich. Ich habe geweint, als ich ihn wieder in den Händen halten konnte“, sagt die 30-Jährige.

Dienstag, 19.01.2021, 18:03 Uhr aktualisiert: 20.01.2021, 11:08 Uhr
Larissa Papenmeier ist überglücklich: In der Skulptur eine Weltkugel auf dem Gelände eines Busunternehmens wurde der Pokal gefunden. Foto: privat

Am Dienstagvormittag, 19. Januar, erhielt sie eine Mitteilung einer Mitarbeiterin des Busunternehmens Brand Reisen an der Mindener Straße. „Ich habe da sofort angerufen. Der Pokal hatte am Morgen dort auf dem Gelände gestanden. Jemand hatte ihn in die Skulptur einer Weltkugel gelegt“, freut sich Papenmeier.

Wie berichtet, hatte eine unbekannte Frau die silberne Trophäe , die der jungen Sportlerin so viel bedeutet, am 7. Januar vom Familiengrab der Papenmeiers auf dem Feldmarkfriedhof entwendet. Mitarbeiter der Stadt hatten die Diebin in der Nähe des Tatorts zwar gesehen und sogar angesprochen. „Sie hatte aber gesagt, dass es ihr Pokal wäre und ist dann damit verschwunden“, sagt Larissa Papenmeier.

Die Bünderin hatte im September 2017, zwei Wochen nach dem Tod ihres Vaters, im niederländischen Assen erstmals wieder ein WM-Rennen gefahren – und landete dort auf dem dritten Rang. „Der Pokal, den ich dann gewonnen habe, war für meinen Papa“, sagt sie. Drei Jahre lang stand er seither auf dem Grab – bis vor knapp zwei Wochen.

Mit diesem Pokal verbinde ich viel und er gehört auf das Grab meines Vaters!

Larissa Papenmeier

In den sozialen Medien im Internet startete sie daraufhin einige Tage später einen Aufruf, appellierte mit einem emotionalen Post an die Unbekannte, die Trophäe zurückzubringen. „Mit diesem Pokal verbinde ich viel und er gehört auf das Grab meines Vaters! Es ist ein letztes Geschenk von mir, also bitte ich dich (unter Tränen) ihn wieder zurückzustellen“, hatte Larissa Papenmeier auf Facebook geschrieben. Die Resonanz auf den Aufruf war riesig: 3200 Mal wurde der Beitrag geteilt. „Ich habe 330.000 Menschen erreicht“, sagt die junge Frau.

Deutschlandweit hatten Medien über den Fall berichtet. Sogar ein TV-Team kam nach Bünde, drehte dort. Trotzdem schien es zunächst so, dass der Pokal für immer verschwunden bleibt. „An den ersten Tagen hatte ich noch Hoffnung. Als er am letzten Freitag aber immer noch nicht da war, habe ich nicht mehr geglaubt, den Pokal je wiederzubekommen“, sagt Larissa Papenmeier.

Kurz bevor das Reiseunternehmen ihr die frohe Mitteilung überbrachte, hatte die 30-Jährige noch mit der Polizei telefoniert, wollte eine Anzeige wegen Diebstahls stellen und sogar eine Belohnung ausloben – immerhin 300 Euro. Doch das musste Larissa Papenmeier nicht mehr. Sie ist sich sicher, dass die Diebin durch die vielen Zeitungsberichte rund um den Fall auf die Suche nach der Trophäe aufmerksam geworden ist und ihn schließlich auf dem Gelände des Busunternehmens abgestellt hat.

In einem neuen Post informierte die Motorradsportlerin die Facebook-Community am Dienstagnachmittag über die glückliche Wendung der Geschichte: „Ich bin so glücklich und zittere immer noch vor Freude“, schreibt Larissa Papenmeier und bedankt sich zudem für die große Unterstützung bei der Pokalsuche. „Vielen Dank, ihr seid die Besten.“

Ob das wichtige Erinnerungsstück nun wieder auf das Grab ihres Vaters Karl-Ludwig kommt, steht indes noch nicht fest. „Ich werde den Pokal erstmal säubern. Dann spreche ich mit dem Friedhofsgärtner, ob man ihn irgendwie so sichern oder auf dem Grab verankern darf, dass er nicht nochmal geklaut wird“, sagt Larissa Papenmeier.

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