Coronabedingt steigt die Zahl der Bedürftigen – Ausgabe von Lebensmitteln im Bünder DRK-Zentrum
Mehr Menschen auf Tafel angewiesen

Bünde (WB) -

Die Zahl der Menschen, die die Tafel in Bünde in Anspruch nehmen, hat 2020 coronabedingt zugenommen. Zu dieser Einschätzung kommt Ulrike Margraf, Vorsitzende der Meller Tafel, die im DRK-Zentrum an der Sachsenstraße eine Zweigstelle unterhält. „In den vergangenen Monaten sind nicht nur viele alte Kunden aufgetaucht, die wir schon länger nicht mehr gesehen hatten, sondern auch viele Neuzugänge konnten begrüßt werden.“

Montag, 11.01.2021, 05:35 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 08:24 Uhr
Doris Dirker leitet die Bünder Zweigstelle der Meller Tafel. Untergebracht ist die Ausgabestelle im DRK-Zentrum Sachsenstraße. Foto: Hilko Raske

Die Gründe, so Margraf, seien offensichtlich. Viele Menschen seien in Kurzarbeit, das Gehalt falle dementsprechend niedriger aus. Zudem seien in Zeiten der Corona-Pandemie – Stichwort Lockdown – geringfügige Beschäftigungen weggebrochen.

Im März vergangenen Jahres habe man im Zuge des Lockdowns die Ausgabestelle im DRK-Zentrum für fünf Wochen schließen müssen. Vorher habe man im Schnitt 200 Kunden pro Ausgabe – die einmal in der Woche stattfindet – gehabt.

Mit dem Roten Kreuz habe man sich im April darauf geeinigt, dass man Bedürftige in einer Notausgabe auf dem Parkplatz des DRK-Zentrums versorgen könne. In der ersten Woche seien das 58 Erwachsene und 37 Kinder gewesen, inzwischen versorge man wöchentlich im Schnitt wieder 200 Menschen. „Man muss allerdings wissen, dass viele Bünder inzwischen auch nach Melle zur Tafel fahren, um Lebensmittel abzuholen. Und Kunden aus Kirchlengern, die bislang nach Bünde gekommen sind, haben seit dem vergangenen Herbst eine eigene Tafel in Kirchlengern. Insgesamt ist somit die Zahl der Menschen, die unser Angebot in Anspruch nehmen, gestiegen.“

Derzeit würden die Lebensmittel kontaktlos ausgegeben, informiert Doris Dirker, Leiterin der Zweigstelle Bünde. Kunden müssten sich nun vorher anmelden. „Lebensmittel können derzeit in Bünde donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr abgeholt werden. Jeder Kunde erhält ein festes Zeitfenster.“ Pro 15 Minuten könnten so bis zu acht Bedürftige versorgt werden, so Doris Dirker. Im Vorfeld werde schon abgeklärt, für wie viele Personen Lebensmittel benötigt beziehungsweise abgeholt würden. „Wir packen dann in der DRK-Halle schon die Kisten zusammen, die dem Kunden anschließend bereitgestellt werden.“ So werde ein direkter Kontakt vermieden.

Doch wer sind die Kunden und wer hat überhaupt einen Anspruch? „Das geht querbeet. Zu uns kommen Rentner, Arbeitslose, Flüchtlinge und Asylsuchende“, sagt Doris Dirker. Die Berechtigung müsse natürlich nachgewiesen werden – und zwar in Form eines Renten- oder Wohngeldbescheids, des Wittekindspasses oder der Bestätigung, dass man Hartz-IV-Empfänger sei. Umsonst gibt es die Lebensmittel selbst dann nicht. So erwartet man pro Erwachsenen, der versorgt wird, eine Spende von 2 Euro und von jedem Kind 30 Cent.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7759693?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Bombe soll Mittwoch ab 14 Uhr entschärft werden
Die Karte zeigt den Evakuierungs- und Sperrbereich.
Nachrichten-Ticker