Nur 2000 Euro für Futter: Einrichtung in Ahle klagt über geringe finanzielle Unterstützung durch das Land NRW
Kaum Coronahilfen für‘s Tierheim

Bünde (WB) -

Etwa 80 Katzen, fünf Hunde und diverse Kleintiere wie Wasserschildkröten, Kaninchen und Wellensittiche werden aktuell im Tierheim Ahle versorgt. Sie alle müssen gefüttert werden, brauchen beheizte Unterkünfte und oftmals eine medizinische Betreuung. Das gibt es nicht umsonst.

Donnerstag, 07.01.2021, 05:45 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 19:46 Uhr
Etwa 100 Tiere werden derzeit im Tierheim Ahle betreut. 80 Prozent davon sind Fundtiere. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

„Im vergangenen Jahr hatten wir 271.000 Euro an Ausgaben“, sagt Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins Herford, der Träger des Tierheims ist. Ein wichtiger Posten bei den Einnahmen seien Spenden, so Siekkötter – und die sind coronabedingt 2020 weggebrochen. „Normalerweise laden wir zweimal im Jahr – im Mai und im Oktober – zu einem Tag der offenen Tür ein. Außerdem beteiligen wir uns mit Infoständen an Stadtfesten wie dem Kirschblütenfest in Enger. Diese Angebote werden von Tierfreunden gerne wahrgenommen.

Im Schnitt nehmen wir dadurch jährlich etwa 10.000 Euro ein.“ Geld, das nun fehlen würde, da in Zeiten der Corona-Pandemie Massenveranstaltungen abgesagt werden mussten. Während des Lockdowns bleibe das Tierheim zudem geschlossen. Die Folge: Besucher, die sich häufig spendabel zeigten, würden wegbleiben. „Gleichzeitig werden in diesem Jahr die Betriebskosten steigen – durch die neue CO2-Steuer müssen wir mehr Geld für Benzin und Heizung zahlen.“

Zwar habe es vom Land als Coronahilfe 2020 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro für Futter gegeben. Das sei aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Zum Vergleich: Schützenvereine können in NRW bis zu 15.000 Euro an Coronahilfe erhalten.“ Aus Sicht von Renate Siekkötter würde es sich hier um reine Klientelpolitik handeln.

Dabei seien gerade Tierheime systemrelevant: „Die Kommunen sind zur sogenannten Fundtierverwahrung verpflichtet. Tiere, die auf der Straße umherstreunen, beeinträchtigen die öffentliche Ordnung. Die Stadt Bünde verfügt über kein eigenes Tierheim. Das heißt, wir übernehmen eine kommunale Pflichtaufgabe.“ Neben Bünde seien noch Enger und Hiddenhausen Vertragskommunen des Tierheims Ahle. „80 Prozent der Tiere, um die wir uns kümmern, sind Fundtiere aus diesen drei Gemeinden.“ Das Geld, das das Tierheim von den Kommunen dafür erhalte, decke aber nur 30 Prozent der Betriebskosten. Ein krasses Missverhältnis, betont Siekkötter, die sich durch die Landesregierung, aber auch durch die Kommunen mehr Unterstützung erhofft. „Müssten die Kommunen eigene Tierheime betreiben, käme das für sie deutlich teurer.“

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