Wegen Infektionsschutz: Stadt prüft die Anschaffung mobiler Lüftungsgeräte für einige Bünder Schulen
Fenster auf Kippe reicht nicht

Bünde (WB) -

Die Auswirkungen der Corona-Krise stellen vor allem Schulen und Kitas vor große Herausforderungen. Um die Infektionsgefahr bei laufendem Betrieb gering zu halten, muss eine regelmäßige Durchlüftung der Räume gewährleistet sein. Aber ist das in allen Betreuungseinrichtungen in der Elsestadt tatsächlich der Fall? Die heimische FDP hat bei der Stadtverwaltung nachgefragt. Und scheinbar gibt es zumindest in einigen Schulen Probleme, die gelöst werden müssen.

Samstag, 02.01.2021, 05:26 Uhr aktualisiert: 02.01.2021, 05:30 Uhr

 

Bis mindestens zum 10. Januar sind zumindest Gymnasien und Co. erst mal dicht. Ob danach tatsächlich wieder der Präsenzunterricht starten kann, ist noch fraglich. Konkret wollten die Bünder Liberalen nun wissen, wie es um die Lüftungssituation in Kindertagesstätten und Schulen in Zeiten der Corona-Pandemie bestellt ist. „Und gibt es Informationen und Überlegungen zur Beschaffung mobiler Lüftungsgeräte?“, hakte FDP-Ratsherr Ernst Tilly zudem nach.

Laut einer Handreichung des zuständigen NRW-Familienministeriums soll zur Verminderung von Ansteckungsrisiken in den Innenräumen von Kitas mindestens vier Mal täglich für zehn Minuten lang gelüftet werden – und zwar in Form einer Querlüftung. „Eine Kipplüftung ist nicht ausreichend“, berichtet Bündes Erster Beigeordneter Günther Berg. Im Übrigen würden die Bünder Kitas angesichts der Pandemie-Situation vermehrt Aktivitäten im Freien einplanen.

Das Jugendamt habe allerdings Kenntnis über eine problematische Lüftungssituation im Arche-Kindergarten in Holsen erhalten. „Dort ist aufgrund eingeschränkter Querlüftungsmöglichkeiten eine Gruppe vorübergehend ausgelagert worden“, so Günther Berg. Nach dem erforderlichen Einbau von Flucht- und Lüftungstüren könne die Gruppe voraussichtlich Ende Januar in die Kita zurückkehren. „Auf Nachfrage des Jugendamtes zum Einsatz mobiler Geräte erklärte ein Kita-Träger, dass Überlegungen zur Beschaffung mobiler Lüftungsgeräte nicht weiter verfolgt worden sind“, so der Beigeordnete weiter.

Recherchen hätten ergeben, dass auf eine Lüftung entsprechend den Empfehlungen des NRW-Ministeriums – auch bei Einsatz von Lüftungsanlagen – nicht verzichtet werden kann. „Damit ergebe sich für den Einsatz von Lüftungsanlagen keine hinreichende Grundlage“, erklärt Berg.

Bei den Bünder Schulen ergebe sich indes ein leicht anderes Bild. So habe das NRW-Schulministerium darauf hingewiesen, dass in Unterrichtsräumen möglichst in 20-minütigen Intervallen für gut fünf Minuten gelüftet werden soll – und zwar vorzugsweise im Wege der Querlüftung. „Dies wird in allen Bünder Schulen auch so praktiziert“, betont der Beigeordnete. Zwar hätten die Schulen nach ein Anfrage aus Düsseldorf keinerlei Probleme in Sachen Belüftung gemeldet. „Die Kommunalbetriebe Bünde (KBB) haben die Belüftungssituation in den Schulen aber noch einmal geprüft“, so Berg.

Dabei sei zwar herausgekommen, dass die Belüftungssituation in den Räumen der Bünder Schulen generell entsprechend der genehmigten Nutzung nach Landesbauordnung als ausreichend zu bezeichnen ist, dass aber während der Corona-Pandemie zum Teil besondere Anforderungen gestellt werden. Berg: „Wenn die Lüftungsvorgaben durch Fensteröffnen oder vorhandene raumlufttechnische Anlagen nicht ausreichend umsetzbar sind, können auch geeignete mobile Luftreiniger zum Einsatz kommen.“

Nach Analyse der KBB gebe es einen Raum der Realschule Mitte und drei Räume im Freiherr-vom- Stein-Gymnasium, in denen die Lüftungsvorgaben nicht umsetzbar sind, weil sie entweder im Gebäudeinneren liegen oder weil es dort keine Fenster in ausreichender Zahl gibt. Hier sollen mobile Luftreiniger zum Einsatz kommen. Im Blick haben die KBB in der Hinsicht zudem zwei Unterrichtsräume an der Bünder Hauptschule. Die Stadtverwaltung prüft nun, ob für die Anschaffung Fördermittel aus einem entsprechenden Landesprogramm angezapft werden können.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7747541?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Mit Bundes-Notbremse ab Samstag droht Regelungs-Wirrwarr
Das neue Infektionsschutzgesetz sieht wegen der Corona-Pandemie eine bundeseinheitliche nächtliche Ausgangssperre in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 vor.
Nachrichten-Ticker