Bünder Buden-Abbau: Pralinenwagen nun auf Privatparkplatz – Bürgermeisterin sucht Gespräch mit Beteiligten
„Das war schon existenzbedrohend“

Bünde (WB) -

Seit Ende Oktober hatten Nicole Große-Johannböcke und ihr Partner Pralinen und andere Süßigkeiten aus ihrem Wagen in der Eschstraße heraus verkauft. Die von Rathauschefin Rutenkröger aus Pandemiegründen von einem Tag auf den anderen verfügte Schließung ihres Standes und der weiteren sechs Verzehrbuden in der Fußgängerzone traf sie unvorbereitet.

Dienstag, 08.12.2020, 05:53 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 08:58 Uhr
Mit ihrem Verkaufswagen hat Nicole Große-Johannböcke auf dem Privatparkplatz des Lokals „Die Bank“ einen neuen Standplatz gefunden. Dass Susanne Rutenkröger mit ihr das Gespräch gesucht hat, rechnet sie der Bürgermeisterin hoch an. Foto: Daniel Salmon

Wie berichtet hatte der abrupte Abbau der Buden am ersten Advent für Unverständnis bei Schaustellern und Einzelhändler sowie einen Shitstorm im Internet gesorgt.

„Unser Stand in der Eschstraße war zwar immer gut besucht. Aber alles lief immer zivilisiert ab. In der Innenstadt war es auch nie wirklich überfüllt. Die Leute haben immer Abstand gehalten. Die Tage ohne Einnahmen nach der Schließung fehlen uns echt“, sagt die Geschäftsfrau, die ihren Wagen nun an einem neuen Platz in der Stadt aufstellen konnte: auf dem Parkplatz des Restaurants „Die Bank“ in der Bahnhofstraße.

„Wir mussten uns ja schnell was überlegen“, sagt Große-Johannböcke, die dann auf „Die Bank“-Chef Klaus Hennings-Huep zuging. „Wir wussten, dass das Lokal komplett zu hatte und haben gefragt, ob wir etwas zusammen machen wollen.“

Nun steht der Konditorei-16-Verkaufwagen auf dem Privatparkplatz hinter dem Restaurant. Und Sascha Mitschka bereitet in der „Die Bank“-Küche Kaiserschmarrn, Topfenknödel und gebackene Apfelringe zum Mitnehmen zu. Heißgetränke wie Glühwein oder Lumumba gibt‘s ebenso wie Suppen. Unterstützt wird Mitschka von einigen Mitarbeiterin der Restaurant-Crew die dank des Arrangements aus der Kurzarbeit geholt werden konnten.

„Mittlerweile finden uns die Kunden hier. Bis Silvester kann unser Wagen auf dem Privatparkplatz stehen. Danach wollen wir uns um ein eigenes Ladenlokal kümmern. Wir haben da auch schon was in Aussicht“, erzählt Große-Johannböcke, die am Freitag Besuch von Rathauschefin Rutenkröger bekam: „ Ich war schon etwas überrascht. Sie hat gesagt, dass die ganze Sache mit den Schließungen unglücklich gelaufen sei, dass es ihr Leid tue und sie meinen Unmut über die Sache verstehen könne“, sagt die 47-Jährige.

„Ich habe der Bürgermeisterin dann gesagt, dass sie ihre Entscheidung besser persönlich überbracht hätte. Im Wahlkampf hat sie schließlich immer von Bürgernähe und Transparenz gesprochen. Dass sie – wenn auch etwas spät – das Gespräch mit uns gesucht hat, rechne ich ihr aber hoch an.“

Für Rutenkrögers Argumentation durch die Schließung der kleinen Bünder Weihnachtsmeile, die Corona-Ausbreitung eindämmen zu wollen, habe Große-Johannböcke vollstes Verständnis: „Nur die Umsetzung war halt unglücklich.“

Das hat Rutenkröger mittlerweile eingesehen. „Zu meiner Entscheidung stehe ich nach wie vor. Aber es wäre besser gewesen, ich hätte die Schausteller persönlich in Kenntnis gesetzt.“

Zeitnah will sie nun das Gespräch mit den betroffenen Schaustellern und den Einzelhändlern der Handel Bünde GmbH suchen, um die Geschehnisse vom ersten Advent aufzurollen.

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