Kommentar: Die Bürgermeisterin hätte ihre Entscheidung persönlich überbringen müssen
Bünder Buden-Abbau: falsche Kommunikation

Bünde (WB). -

Die Entscheidung von Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger, von jetzt auf gleich die Schaustellerbuden des Weihnachtlichen Bünde dicht zu machen, mag vor dem Hintergrund des Pandemiegeschehens richtig gewesen sein. Der Kommunikationsweg war es aber nicht.

Freitag, 04.12.2020, 20:33 Uhr aktualisiert: 06.12.2020, 18:34 Uhr
Am ersten Advent hatten die Schausteller in Bünde ihre Verzehrbuden in der Innenstadt wieder dicht machen müssen, keine 48 Stunden, nachdem sie aufgemacht hatten. Foto: Annika Tismer

Der Shitstorm im Internet, die Verärgerung der Schausteller und Einzelhändler wären wohl nicht so heftig ausgefallen, hätte die Rathauschefin die schlechte Botschaft anders überbracht. Unabhängig davon, welche Rolle Landrat Jürgen Müller bei der Entscheidung gespielt haben mag, hatte sie die Wahl der Mittel selbst in der Hand.

Gut zu Gesicht hätte der Bürgermeisterin gestanden, wenn sie selbst das persönliche Gespräch mit den Schaustellern gesucht hätte, um die Gründe für ihr Handeln darzulegen. Das hätte Bürgernähe gezeigt.

Natürlich kostet es immer Kraft und Nerven, wenn man sich in die Wellen stellt, aber als Stadtoberhaupt muss man das aushalten. Zudem hätte sie den Budenbetreibern eine längere Frist, wenigstens bis Montag einräumen können, um die Stände abzubauen.

Denn ob das von Rutenkröger vorgebrachte Argument, Zustände wie am Bielefelder Black Friday vermeiden zu wollen, tatsächlich gegriffen hätte, muss hinterfragt werden.

Auch wenn im Internet Werbung für die kleine Bünder Weihnachtsmeile gemacht wurde, kann nicht per se davon ausgegangen werden, dass ein paar Fressbuden einen großen Besucheransturm auf die City ausgelöst hätten. Tatsächlich war die Fußgängerzone seit Öffnung der Buden am Freitag und Samstag recht gut besucht – wie übrigens auch an den Tagen zuvor auch. Von Überfüllung und chaotischen Zuständen war man aber noch meilenweit entfernt.

Und ob sich am Sonntag, trotz des guten Wetters, Tausende aus ganz OWL auf den Weg nach Bünde gemacht hätten, nur um Crêpes zu essen, ist nicht allzu wahrscheinlich. Von daher hätte die Zeit ausgereicht, die durchaus nachvollziehbare Entscheidung vernünftig zu überbringen – und nicht überhastet und noch dazu durch einen Dritten. Kritik an der Schließung wäre dann sicher auch aufgeflammt, aber weitaus milder ausgefallen.

Das können Sie besser, Frau Rutenkröger. Ganz bestimmt.

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