Grundschule Bustedt soll deutlich vergrößert werden – vom kommenden Schuljahr an zweizügig
Viel zu wenig Platz für viele Kinder

Bünde (WB) -

Die Grundschule Bustedt platzt aus allen Nähten. Das zeigt sich vor allem in Angeboten wie dem Offenen Ganztag (OGS) und der Randstundenbetreuung. Während dafür an anderen Bünder Grundschulen pro Kind durchschnittlich 4,13 Quadratmeter zur Verfügung stehen, sind es in Bustedt spärliche 0,85 Quadratmeter. Das führt unter anderem dazu, dass beispielsweise auch Flure als Räume für Betreuungsmaßnahmen genutzt werden müssen. Das soll sich nun ändern.

Freitag, 04.12.2020, 05:30 Uhr
Die Schülerzahlen an der Grundschule Bustedt steigen seit Jahren kontinuierlich. Jetzt soll die Schule vergrößert werden. Foto: Daniel Salmon

Weil die Nachfrage nach Angeboten des OGS und der Randstundenbetreuung im Laufe der Jahre in Bustedt kontinuierlich zugenommen hat – und voraussichtlich weiter steigen wird – hat man in diesem Schuljahr praktisch die Grenzen der räumlichen Kapazität erreicht. Hinzu kommt, dass die Schule bei Eltern sehr beliebt ist. Die Schulplätze sind außerordentlich begehrt – so sind die Schülerzahlen in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent gestiegen.

Das liegt nicht zuletzt am pädagogischen Konzept. So werden Kinder aus dem ersten und zweiten Schuljahr in gemischten Gruppen gemeinsam unterrichtet. Ziel ist eine individuelle Förderung ohne Stigmatisierung und Ausgrenzung. Teilweise signalisieren Eltern bereits zwei Jahre vor der eigentlichen Schulanmeldung ihres Kindes Interesse – für die Schulleitung ein Balanceakt, möchte man die Zahl der Ablehnungen doch so gering wie möglich halten.

Diese Situation ist der Stadtverwaltung als Schulträger bekannt. Sie vertritt deshalb die Auffassung, dass es dringend erforderlich ist, für die Grundschule Bustedt zusätzliche Räumlichkeiten zu schaffen. Mit diesem Thema setzte sich am Mittwochabend der zuständige Schulausschuss auseinander.

Aus Gesprächen mit der Schule sei deutlich geworden, dass zum Schuljahr 2021/22 mindestens ein zusätzlicher Raum zur Verfügung gestellt werden müsse, sagt Schulamtsleiter Thomas Clausing. Möglich sei dies nach Aussage der Kommunalbetriebe Bünde (KBB) durch eine mobile Lösung, sprich Container. Die Kosten dafür veranschlagte Clausing für einen Zeitraum von drei Jahren mit etwa 130.000 Euro. Langfristig gesehen empfehle sich aber, an die Schule anzubauen. Platz dafür sei parallel zum Verwaltungstrakt vorhanden. „Dadurch würden wir die Räumlichkeiten schaffen, die andere Schulen in Bünde jetzt schon haben“, so Clausing. Ernst Tilly (FDP) bezeichnete diesen Vorschlag als vernünftigste Lösung. Er lobte in diesem Zusammenhang die besondere pädagogische Arbeit der Grundschule Bustedt, die sich durch individuelle Fördermöglichkeiten auszeichne. Der Schulausschuss votierte ohne Gegenstimme für den Beschlussvorschlag der Verwaltung.

Gleich im Anschluss daran setzte sich der Ausschuss erneut mit der Grundschule Bustedt auseinander. So empfiehlt die Stadtverwaltung, die Grundschule vom kommenden Schuljahr an zweizügig zu führen – vorausgesetzt, es werde eine entsprechende räumliche Ausstattung geschaffen. Bislang ist sie nur 1,5-zügig. Die Zweizügigkeit wird auch von der Schulaufsicht des Kreis Herford gewünscht. „Aus schulfachlicher Sicht ist eine Erhöhung der Aufnahmekapazität an der Grundschule Bustedt sehr zu begrüßen. Damit würde die Vielfalt des schulischen Angebots in Bünde gestärkt und gleichzeitig dem Elternwille Rechnung getragen“, schreibt Dr. Iris Hohberg vom Schulamt des Kreises in einer Stellungnahme. Auch hier sprachen sich die Kommunalpolitiker für den Vorschlag der Verwaltung aus.

„Uns ist mit den Entscheidungen des Schulausschusses eine große Last von den Schultern genommen worden“, freut sich Bettina Wolff, Leiterin der Grundschule Bustedt. Das Kollegium und sie seien sehr glücklich über diese Weichenstellung. „Wir hatten im Vorfeld mächtig Bauchschmerzen, weil wir nicht wussten, wie die Politik entscheiden wird“, gesteht sie. Die räumliche Enge an der Grundschule habe bislang beispielsweise dazu geführt, dass etliche Angebote im OGS nicht realisiert werden konnten.

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