Handel-Bünde-Chef sieht Vergleich mit Bielefeld kritisch – Karussell stand auf Privatgelände
Weiter Verwunderung über Buden-Abbau

Bünde (WB) -

Nach wie vor herrscht bei den Bünder Einzelhändlern Unverständnis über die abrupte Anordnung der Stadt, die Verzehrstände in der Innenstadt zu schließen. „Die Bürgermeisterin hat keine ehrlichen Begründungen geliefert“, findet Handel-Bünde-Chef Georg Kruthoff.

Dienstag, 01.12.2020, 20:30 Uhr
Die Verzehrstände in der Eschstraße standen in dieser Weihnachtszeit nur kurz.. Foto: Salmon

 

So moniert er, dass es zu keiner Zeit einen Massenandrang auf die Buden in der Innenstadt gegeben habe, der annähernd mit dem Zuständen in der Bielefelder Fußgängerzone am „Black Friday“ vergleichbar gewesen wäre. „Und das war meiner Meinung auch nicht absehbar. Abstände konnten immer eingehalten werden. Die Schausteller haben alle Hygienevorgaben erfüllt“, so Kruthoff. Unter anderen hatte Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger, die den Budenabbau am Sonntag verfügte, befürchtet, dass durch die Weihnachtsmarkt-ähnliche Atmosphäre in Bünde Interessierte aus der Region in die Elsestadt strömen würden. „Ich glaube nicht, dass die Strahlkraft vom Weihnachtlichen Bünde so groß gewesen wäre“, meint der Handel-Bünde-Chef.

Weiterer Kritikpunkt der Verwaltungschefin war das Karussell auf dem Tönnies-Wellensiek-Platz. „Mit dem hatte Handel Bünde aber nichts zu tun. Es stand zudem auf Privatgelände. Der Platz gehört der Sparkasse“, so Kruthoff.

Rutenkröger will dieser Aussage nun nachgehen und herausfinden, wie es zu der Genehmigung für das Karussell gekommen war. Zudem will sie auf einen offenen Brief des Handel-Bündel-Beirats reagieren, der sie wegen ihrer Entscheidung vom Sonntag kritisiert hatte.

Die Bürgermeisterin betonte zudem, dass es ihre Entscheidung gewesen sei, die Genehmigung für die Verzehrstände zurückzuziehen. „Landrat Jürgen Müller hat in einer Videokonferenz am Samstag lediglich eine Empfehlung ausgesprochen. Für mich war es dann ein Abwägungsprozess. Aus meiner Sicht hat sich in der Sache eine Eigendynamik entwickelt, wo es plötzlich hieß: In Bünde ist Weihnachtsmarkt.“ Irgendwelcher Druck sei von anderen Stellen nicht auf ihre Entscheidungsfindung ausgeübt worden. Laut Rutenkröger habe ihr Georg Kruthoff versichert, dass den Schaustellern wohl bewusst gewesen wäre, dass die Genehmigung vor dem aktuellen Pandemiegeschehen jederzeit widerrufen werden können – vor allem auch mit Hinblick auf die seit Dienstag geltenden Coronaschutzverordnung.

Auch in den Sozialen Medien wird weiterhin heftig über das Thema diskutiert.

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