Bünder Mittagstisch muss Betrieb wegen Corona umstellen – im Schnitt 30 Personen bei drei Terminen in der Woche
Die warme Mahlzeit gibt‘s durchs Fenster

Bünde (WB) -

Von der Geselligkeit beim Bünder Mittagstisch „Mahlzeit“ ist nicht viel zu spüren. Corona hat auch hier deutliche Spuren hinterlassen. Dreimal in der Woche kommen Bedürftige zum katholischen Gemeindehaus. Das warme Essen wird nur durchs Fenster gereicht. Herzlich geht es dennoch am Montag zu. Für jeden haben die Ehrenamtlichen und Ulrich Martinschledde, Gemeindereferent des Pastoralen Raumes Wittekindsland, ein paar nette Worte parat. Über die Jahre kennt man sich einfach gut. Bei den Mitarbeitern herrscht trotz Maskenpflicht gute Laune.

Dienstag, 01.12.2020, 05:20 Uhr
Die Ehrenamtlichen vom Verein Mahlzeit – Petra Lorscheter (links) und Anne Erdbrügger – füllen das Mittagessen in die mitgebrachten Behälter. Foto: Kathrin Weege

Montags, mittwochs und freitags kommen etwa 30 Menschen zum Mittagstisch. Dieses Mal gibt es Braten, Kartoffelbrei und Blumenkohl. „Im ersten Lockdown hatten wir ganz geschlossen. Im August haben wir eröffnet. Ein Raum ist mit Plexiglasscheiben und Abständen zwischen den Tischen corona-konform umgebaut worden. Seit November aber dürfen wir die Speisen nur noch durchs Fenster rausgeben“, erklärt Martinschledde.

Zwei Männer kommen gemeinsam ans Fenster. Sie haben sich beim Mittagstisch kennengelernt. Da sie im Moment nicht in größerer Runde dort essen können, treffen sie sich zum Abholen ihrer Menüs und verspeisen sie dann gemeinsam in der Wohnung. „Das Angebot nehmen die in Anspruch, bei denen das Geld knapp ist, aber auch viele Alleinstehende, die vor allem die Gemeinschaft schätzen“, weiß Martinschledde.

Träger des Bünder Mittagstisches ist der Verein Mahlzeit. Nach einer Idee der katholischen Kirchengemeinde wurde vor 16 Jahren ein Verein gegründet. 15 Jahre lang fand das gemeinsame Mittagessen beim DRK in der Sachsenstraße statt. Seit diesem Sommer – nach Umbauten beim DRK – ist der Mittagstisch im katholischen Gemeindehaus ansässig. 140 Mitglieder hat der Verein, 40 Ehrenamtliche arbeiten regelmäßig bei der Essensausgabe mit. „Im Moment sind weniger im Einsatz, da wir die Speisen nicht vor Ort essen. Sonst muss danach noch das Geschirr gespült werden. Außerdem trinken wir sonst gerne noch Kaffee oder Wasser zusammen. Dann braucht man mehr Leute“, so Martinschledde.

Das Essen kommt in Warmhalteboxen aus dem Lukas-Krankenhaus. „Die machen uns einen guten Preis. Der Verein muss das Essen zahlen“, so der Gemeindereferent. Die Gäste geben einen kleinen Obolus von einem Euro pro Menü. „Wir haben Karten mit elf Essen zum Preis von zehn. Dieses Angebot nutzen viele. Die, die zu uns kommen, sind in der Regel jedes Mal hier“, sagt Martinschledde. Aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und dem Geld der Gäste wird die Aktion finanziert.

Dieses Mal sind so viele zum Mittagstisch gekommen, dass das Essen schon vorher vergriffen ist. Aber für solche Fälle ist „Mahlzeit“ gerüstet. Bleibt mal etwas übrig, frieren es die Ehrenamtlichen ein. Diese TK-Kost wird verteilt, wenn das frische Essen knapp wird.

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