Stadt Bünde ordnet Abbau an: „Weihnachtliches Bünde“ schon beendet – „Schausteller sind sehr geknickt“
Ein kurzes Vergnügen

Bünde (WB) -

Dieses Vergnügen währte nur kurz: Kaum war das „Weihnachtliche Bünde“ Ende vergangener Woche eröffnet worden, konnten die Schausteller ihre Verzehrbuden am ersten Adventssonntag schon wieder abbauen. Die Anordnung der Stadt kam für viele aus heiterem Himmel.

Montag, 30.11.2020, 05:59 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 08:40 Uhr
Der Grill bleibt kalt: Mario Stopic wollte unter anderem Thüringer Bratwurst verkaufen.

Eigentlich hätten die acht Buden bis zum 31. Dezember in der Esch- und Bahnhofstraße stehen sollen. Mit einigen Abstand zueinander waren sie in der Fußgängerzone platziert worden. Auch ein Kinderkarussell war am Tönnies-Wellensiek-Platz aufgebaut worden.

Organisiert worden war das Event von der Handel Bünde GbR, wegen Corona mit kleinen Veränderungen. Es durften nur Speisen angeboten werden, der Ausschank alkoholischer Getränken war tabu. Darauf hatten sich Einzelhändler und Stadtverwaltung geeinigt. Schon Freitag hatten die Schausteller ihre Buden geöffnet, zahlreiche Passanten bummelten durch die Stadt. Und anscheinend hielt sich auch jeder an die Corona-Regeln. „Von den Standbetreibern hat sich bei mir jedenfalls niemand beschwert“, sagt Handel-Bünde-Chef Georg Kruthoff.

Sonntagvormittag klingelte beim Geschäftsführer der Einzelhandelsvereinigung dann das Telefon. „Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger hat gesagt, dass alle Buden unverzüglich schließen müssen. Das soll wohl mit der aktuellen Schutzverordnung zusammenhängen“, berichtet Kruthoff, der sofort mit dem Rad in die Fußgängerzone fuhr. „Ich habe jedem Einzelnen die Nachricht überbracht. Die Schausteller waren natürlich sehr geknickt und enttäuscht. Viele hatten extra Ware nachgeordert. Sie waren froh, in der schwierigen Corona-Zeit endlich mal die Möglichkeit zu bekommen, Geld zu verdienen.“

Nicole Große-Johannböcke und Sascha Mitschka, die an ihrem Stand in der Eschstraße Pralinen, Schokolade und und weitere Leckereien vertreiben wollten, traf die Anordnung wie ein Blitz. „Ich habe echt eine Krawatte. Wir mussten von jetzt auf gleich schließen und haben gehört, dass wir sogar ein Ordnungsgeld hätten zahlen müssen, hätten wir nicht zugemacht. Wir hatten im Vorfeld einiges an Ware produziert und das Geschäft war auch schon gut angelaufen. Auch die Einzelhändler haben bestimmt von dem größeren Publikumsverkehr profitiert“, sagt Große-Johannböcke. Die Enttäuschung sei auch bei den übrigen Betreibern riesig: „Einige waren völlig aufgelöst. Wir haben ja sowieso schon alle Existenzängste und nun das!“

Die Passanten, die wegen des adventlichen Angebots gekommen waren, reagierten ebenso verständnislos: „Wir sind total enttäuscht und sprachlos. Wie kann man den Menschen erst Hoffnung machen, und kurz nach dem Aufbau müssen sie ihre Stände zurückbauen“, meinte Bianca Knauf. Von der Verwaltung war bis Sonntagnachmittag keine Stellungnahme zu erhalten.

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