Erneut Gebäude der Lydia-Kirchengemeinde Bünde beschädigt – Zusammenhang mit Vandalismus-Serie vermutet
Eingangstür eingeschlagen

Bünde (WB) -

Und wieder ist ein Gebäude der evangelischen Lydia-Kirchengemeinde beschädigt worden: In der Nacht zu Donnerstag hat ein Unbekannter eine Scheibe in der Eingangstür des Bonhoeffer-Hauses eingeschlagen. Mieter der ehemaligen Hausmeisterwohnung, die sich in dem Gebäude befindet, hatten gegen 23 Uhr ein lautes Geräusch gehört.

Donnerstag, 19.11.2020, 20:30 Uhr
Kirchmeister Rainer Alexander in einem der Büros, die saniert werden. Tapeten, Teppiche und Isoliermaterial müssen raus, um den Rußniederschlag zu beseitigen. Foto: Hilko Raske

„Als sie nachschauten, haben sie eine dunkel gekleidete Gestalt gesehen“, sagt Peter Arndt, der als Hausmeister für das Bonhoeffer-Haus zuständig ist. Mit einem Gegenstand – möglicherweise einem Hammer – sei die obere Scheibe der Eingangstür eingeschlagen worden. Da es sich um Sicherheitsglas handeln würde, sei die Scheibe in unzählige kleine Splitter zersprungen, die sich im Eingangsflur verteilt hätten. Die entstandenen Kosten bezifferte Arndt mit etwa 250 Euro.

„Vieles von dem, was in der letzten Zeit passiert ist, geht von hier aus“, meint Kirchmeister Rainer Alexander mit Blick auf die Brandstiftungen und die Vandalismus-Serie, die Bünde derzeit in Atem halten und sich rund um den Stadtkern ereignen.

So ist Mitte Oktober versucht worden, das Gemeindebüro an der Wehmstraße – also in Sichtweite des Bonhoeffer-Hauses – in Brand zu stecken. Das gelang den Tätern zwar nicht. Durch die Verrußung muss nun aber das komplette Gebäude saniert werden, der Schaden liegt im oberen fünfstelligen Bereich. Eine Besichtigung des Gebäudeschadens durch Versicherungsexperten sei bereits erfolgt, sagt der Kirchmeister. Zwischenzeitlich seien Tapeten und Teppiche herausgerissen worden, das Mobiliar im Erdgeschoss sei an die Seite gestellt worden. Vieles musste auch entsorgt werden. „Wir haben das Problem, dass der Ruß, aber auch der Brandgeruch in die Isolierung gekrochen sind“, sagt Alexander.

Schwierig gestalte sich die Schadenssichtung beim Inventar. „Jedes Stück muss auf Verlangen der Versicherung gesichtet, aufgeführt und bewertet werden“, so der Kirchmeister. Anschließend müsse entschieden werden, ob man es neu anzuschaffen wolle. „Das ist der helle Wahnsinn. Vor allem die Evangelische Jugend und der CVJM, die beispielsweise unglaublich viel Bastelmaterial für Jugendfreizeiten oder Spiele hier einlagern, sind echt gekniffen. Da muss jede Briefmarke gezählt werden.“ Zwei Personen seien seit zwei Wochen schon in Vollzeit damit beschäftigt. Und auch die Computer in den Räumlichkeiten müssten komplett auseinander genommen werden. „Darin hat sich Ruß abgelagert. Ruß leitet Strom. Dadurch kann es zu Kurzschlüssen und Bränden kommen.“ Gleiches gelte übrigens für die Elektrik in dem 1860 erbauten Gebäude. Er gehe inzwischen davon aus, dass die Sanierungsarbeiten mindestens fünf Monate dauern würden, so Alexander.

Ob die Polizei schon einen konkreten Verdachtsfall habe, wisse er nicht. „Die kommunizieren nicht mit uns. Wahrscheinlich müssen wir selber mal dort vorstellig werden“, vermutet der Kirchmeister.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7685556?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Lockdown bis 14. Februar - Abschied von der Alltagsmaske
Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (l, SPD) und der CSU-Vorsitzende Markus Söder kommen zur Pressekonferenz im Bundeskanzleramt.
Nachrichten-Ticker