Rainer Ebmeier war zehn Jahre Vorsitzender des Arbeitskreises für Behinderte
Ziel ist ein lebenswertes Bünde für alle

Bünde (WB). Zehn Jahre lang war er der Vorsitzende des Arbeitskreises für Behinderte und Pflegeberatung in der Stadt Bünde: Rainer Ebmeier (73). Ein Jahrzehnt, in dem der Arbeitskreis in Sachen Integration Beispielhaftes geleistet hat. Für Ebmeier war nach der zehnjährigen Arbeit als Vorsitzender aber auch der Zeitpunkt gekommen, wo die Verantwortung in die Hände Jüngerer gelegt werden sollte. Und so stellte er sich während der letzten Jahreshauptversammlung des Vereins nicht mehr zur Wiederwahl. Die Mitglieder sprachen sich in der Folge für Ulrike Kowalewsky als Vorsitzende aus. Eine Entscheidung, die Ebmeier begrüßt: „Bei ihr liegt es in guten Händen und läuft weiter.”

Dienstag, 10.11.2020, 05:10 Uhr
Rainer Ebmeier hat zehn Jahre lang den Arbeitskreis für Behinderte und Pflegeberatung geleitet. Inzwischen tritt er etwas kürzer, ist aber nach wie vor aktiv. Foto: Hilko Raske

Ebmeier hat in den vergangenen Jahren miterlebt, wie der Arbeitskreis Aktionen ins Leben gerufen hat, die weit über Bünde hinaus bekannt geworden sind und teilweise ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Apropos eigene Veranstaltungen: „Praktisch meine erste Amtshandlung als Vorsitzender war es, aus dem Arbeitskreis einen eingetragenen Verein zu machen.“ Das sei aus rechtlichen Gründen mit Blick auf die Versicherungen geschehen.

Vier Veranstaltungen seien es, die den Arbeitskreis besonders auszeichnen. „So sind Ferienspiele für Kinder und Jugendliche mit einem Handicap organisiert worden.“ Das sei ein besonderes Anliegen von Rainer Spanier, des ersten Vorsitzenden des Arbeitskreises, gewesen. Aber auch das „Wandern ohne Barrieren“, der integrative Gottesdienst in der Kreuzkirche und nicht zuletzt die integrative Radtour als Bestandteil des Volksradfahrens „1000 Räder Bünde“ seien zu festen Programmpunkten im Veranstaltungskalender des Arbeitskreises geworden.

Als Arbeitskreis für Behinderte und Pflegeberatung in Bünde sei man Ansprechpartner für alle Selbsthilfegruppen (SHG) und Menschen mit einer Behinderung. „Wir beraten bei Problemen, die in den Gruppen entstehen können.“ So habe man den „Rolli-Club Bünde“ in einer Phase, wo er kurz vor der Auflösung stand, wieder auf die Beine gestellt. Dass das aber nicht immer gelinge, zeige ein anderes Beispiel: „Die SHG Schlaganfallhilfe hat sich aufgelöst. Hier spielten Altersgründe ein Rolle – da konnten wir nichts machen.“ Der Arbeitskreis kenne auch nicht alle Selbsthilfegruppen – einige wollten unter sich bleiben.

Die Tätigkeit des Arbeitskreis habe bedingt durch die fortschreitende Digitalisierung in den vergangenen Jahren aber einen Wandel erfahren. „Viele Informationen, die wir den Selbsthilfegruppen, aber auch Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen zur Verfügung gestellt haben, können die Leute heute selber im Internet recherchieren.“

Und wie geht es nun weiter? Ebmeier verweist auf den Workshop „Lebenswertes Bünde für alle – Gemeinsam leben ohne Behinderung“, der im November 2019 im Rathaus Bünde stattgefunden hat und an dem sich zahlreiche heimische Vereine und Organisationen beteiligten. „Während des Workshops sind 125 Anregungen aus Bereichen unter anderem wie Mobilität, Freizeit, Wohnen, Gesundheit oder Arbeit zusammengetragen worden. Dabei hat sich gezeigt, dass es immer noch einiges gibt, was in Bünde verbessert werden könnte“, sagt Ebmeier. Und nennt auch gleich einige Beispiele: so seien für manche Menschen mit einem Handicap die Grünphasen an den Ampeln zu kurz, sei die Barrierefreiheit nicht an allen Bushaltestellen gegeben. Oftmals kritisiert worden sei auch eine zu schwierige Sprache.

Die Auswertung bzw. Zusammenfassung des Workshops habe man eigentlich schon präsentieren wollen. „Doch dann kam Corona“, so Ebmeier. Der Arbeitskreis werde sich aber nicht entmutigen lassen und sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung weiterhin des Themas annehmen. Ans Aufhören denkt Ebmeier jedenfalls nicht.

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