Realschule Nord: Broziewski Blomenkamp warnt vor Überlastung – Klasse in Quarantäne
Ein Corona-Fall wirkt sich auf das Schulleben aus

Bünde (WB). Zwar gibt es an der Realschule Bünde-Nord bisher nur einen bestätigten Corona-Fall. Dieser habe aber massive Auswirkungen auf Arbeits- und Unterrichtsabläufe an der Bildungseinrichtung (505 Schüler, 36 Lehrkräfte), wie Schulleiter Guido Broziewski Blomenkamp betont.

Mittwoch, 04.11.2020, 21:08 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 21:10 Uhr
Ein Kind ^es siebten Jahrgangs der Realschule Nord ist mit dem Coronavirus infiziert. Das wirkt sich massiv auf den Schulalltag aus. Foto: Hilko Raske

Wie berichtet, hatte der Kreis Herford am Dienstag über den Corona-Fall informiert. Betroffen ist ein Kind aus dem siebten Jahrgang. „Alle 29 weiteren Schüler aus der Klasse mussten am Dienstagnachmittag noch zur Testung. Und zwar nach Herford, weil in Bünde die Kapazitäten bereits ausgereizt sind. Die Ergebnisse stehen aber noch aus“, so Broziewski Blomenkamp. Vorerst sei der komplette Klassenverband bis zum 10. November in häusliche Quarantäne geschickt worden. Auch drei Pädagogen der Schule bleiben zunächst zuhause. „Die Lehrer haben in der Klasse unterrichtet, hatten engeren Kontakt zu dem Schüler“, sagt der Schulleiter, der derzeit in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt des Kreises Herford steht.

Weitere Schüler in häuslicher Isolierung

Aber es gibt auch abseits der betroffenen siebten Klasse noch weitere Quarantänefälle an der Realschule Nord, die sich über alle Jahrgangsstufen erstrecken. „21 weitere Kinder und Jugendliche werden entweder selbst auf das Coronavirus getestet oder die Ergebnisse der Testungen von nahen Angehörigen liegen noch nicht vor“, erklärt Broziewski Blomenkamp.

Auch wenn einige Schüler aktuell zuhause bleiben müssen, werden sie trotzdem per „Lernen auf Distanz“ – also über die von den Bünder Schulen genutzte Plattform iServ online – unterrichtet. Die derzeit in Quarantäne befindlichen Lehrkräfte schicken für ihre Klassen und Kurse zudem Material an die Kollegen, die sie in den jeweiligen Unterrichtsfächern vertreten. „Das alles erschwert natürlich den organisatorischen Ablauf bei uns an der Schule. Wir haben mittlerweile einen riesengroßen Vertretungsplan“, sagt Broziewski Blomenkamp. Zumal der reguläre Unterrichtsplan aufgrund der besonderen Situation nicht ohne weiteres zu 100 Prozent aufrecht erhalten werden könne. „Zu den Randstunden behalten wir uns daher vor, Schüler der achten, neunten und zehnten Jahrgänge nach Hause zu schicken. Das ist aber immer nur die allerletzte Lösung. da entscheiden wir immer tagesaktuell“, versichert der Schulleiter.

Gutes Zusammenarbeit mit Behörden

Er verweist darauf, dass das Lehrerkollegium aufgrund der Pandemielage mit steigenden Infektionszahlen mit einer immer schwieriger werdenden Arbeitssituation umgehen müsse. „Die Kollegen machen derzeit einen tollen Job, weit über das normale Maß hinaus“, sagt Broziewski Blomenkamp und warnt zugleich: „Über eine längere Zeit ist so was aber nicht durchhaltbar. Das ginge ansonsten schon in das Maß der Überforderung.“

Mit den Behörden – Bezirksregierung und Kreis – stünden er und die übrigen Realschulleiter in der Umgebung in einem regen Austausch. Wöchentlich gebe es Videokonferenzen, bei denen auf das Pandemiegeschehen abgestimmte Maßnahmen besprochen würden. „Das Prinzip funktioniert und die Zusammenarbeit funktioniert gut“, lobt der Pädagoge.

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