85 Zuschauer sind bei der letzten Veranstaltung vor dem Lockdown im Bünder „Universum“
Christoph Sieber macht das Licht aus

Bünde (WB). Zum vorerst letzten Mal haben sich die Türen des „Universums“ am Freitagabend geöffnet. Für mindestens vier Wochen wird es keine weiteren Veranstaltungen geben, obwohl viele geplant waren. Vor dem coronabedingten Lockdown aber durften etwa 85 Zuschauer noch einmal herzhaft lachen.

Montag, 02.11.2020, 22:03 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 11:30 Uhr
Beim Auftritt von Christoph Sieber im „Universum“ hat auch die Bünder Innenstadt einiges abbekommen. Foto: Annika Tismer

Aufgrund des gut ausgearbeiteten Hygienekonzeptes konnte diese Anzahl an Freunden des Kabaretts noch einmal vor der Bühne Platz nehmen und Christoph Sieber erleben. Auch er konnte das Thema Corona dabei nicht ganz außen vor lassen, versprach aber gleich zu Beginn: „Wir wollen nur kurz darüber sprechen, dann wollen wir alle noch einmal diesen neuen Alltag vergessen“, sagte er.

Innenstadt schon vorm Lockdown zu?

So ulkte er kurz über seinen Besuch der Bünder Innenstadt am Nachmittag: „Ich dachte kurz, da wäre schon ein Lockdown. Dann habe ich aber festgestellt, das ist einfach nur Bünde.“ Bünde oder vielmehr der Kreis Herford hätten es dank Corona aber ja auch endlich einmal ganz nach oben geschafft auf einer landesweiten Rankingliste. „Platz 30 beim Inzidenzwert der Coronainfektionen ist ja auch mal was“, sagte er.

Doch so schwer ihm dieser Abend sicherlich auch gefallen sein dürfte – immerhin muss auch der Kabarettist eine Zwangspause einlegen – er betonte auch, dass er die Maßnahmen verstehe: „Dass ich die Entscheidungen der Bundesregierung ausnahmsweise mal weitestgehend unterstütze, werde ich dem Virus wohl nie verzeihen“, witzelte er.

„Universum“ als gallisches Dorf

In seiner etwa 90-minütigen Show (an diesem Abend ausnahmsweise ohne Pause) befasste er sich aber auch mit intelligenten Abdunkelungssystemen („Früher hätte man die einfach Rollladen genannt“) oder Handys, die es möglich machen, von Thailand aus die Wäsche in der eigenen Wohnung zu waschen.

Auch über die Diskussionen, Lehrern zu bewaffnen, musste er ein wenig schmunzeln: „Wenn einer von euch schon mal gesehen hat, wie die mit einem alten VHS-Rekorder umgehen, sollte man sich die Frage nach Bewaffnung besser nicht stellen“, sagte er und sorgte damit für einen von vielen Lachern.

Auch für Intendant Dirk Kaiser war es ein ganz besonderer Abend: „Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Abend gestartet. Denn natürlich bin ich froh, dass es diesen Abend noch geben durfte. Aber auch traurig, dass es jetzt erst eine Pause gibt“, sagte er. Doch bei dieser Gelegenheit bekam er ausschließlich positive Resonanz: „Viele haben sich bedankt, dass dieser Abend noch stattfinden konnte und dass wir die ganze Zeit über so durchhalten“, sagte er. Das Universum sei ein wenig das kleine gallische Dorf, das tapfer die Flagge in die Luft halte und möglich mache, was möglich sei. „Wir werden auch jetzt noch einmal durchhalten“, betonte er.

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