Provisorische DRK-Kita muss Brandschutz verbessern – nur sieben Kinder kommen
„Diese Lösung wird nur geduldet“

Bünde  (WB). Nach dem verheerenden Brand am Samstagmorgen in der DRK-Kita Krempoli hat das Rote Kreuz, Kreisverband Herford-Land, noch am Sonntag in Absprache mit der Stadt Bünde für alternative Unterbringungsmöglichkeiten gesorgt. 125 Mädchen und Jungen, die bislang die Kindertagesstätte an der Stauffenbergstraße besuchten, werden in den kommenden Wochen in ehemaligen Quartieren britischer Soldaten – der sogenannten Britensiedlung im Stadtteil Hunnebrock – betreut.

Montag, 02.11.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 19:14 Uhr
Sind die Gebäude in der ehemaligen Britensiedlung überhaupt als Kita geeignet? Dieser Frage gingen am Montag Experten der Stadt Bünde nach. Dabei stand vor allem der vorbeugende Brandschutz im Mittelpunkt. Das Ergebnis: Das DRK muss noch etliche Auflagen erfüllen. Foto: Hilko Raske

Aber sind diese Reihenhäuser überhaupt dafür geeignet? Immerhin gibt es gerade für den Betrieb von Kindertagesstätten strenge Auflagen. Gemeinsam mit DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Honder inspizierten Experten am Montagmittag die provisorischen Kitas. Dabei standen Fragen des verbeugenden Brandschutzes, aber auch der Bauordnung im Mittelpunkt. Nach dem Rundgang wirkte Honder sichtlich erleichtert. „Die drei Wohnungen können als provisorische Kitas genutzt werden“, sagt der DRK-Kreisgeschäftsführer.

Allerdings sei nicht klar, ob man auch alle Kinder hier unterbringen könne. Und auch in Sachen Brandschutz hätten die Fachleute deutlich gemacht, dass hier nachgerüstet werden müsse. „So müssen wir außen jeweils eine Brandschutztreppe anbringen, damit im Fall eines Feuers die Gebäude auch schnell aus dem Obergeschoss verlassen werden können.“ Für solche Fälle gebe es mobile Möglichkeiten, auf die man zurückgreifen wolle.

Ferner dürften sich im Obergeschoss keine Schlafräume für die Kinder befinden. Was die Außengelände betreffe, würden Bauzäune installiert. Die provisorischen Kitas würden von den zuständigen Ämtern nur geduldet. „Das ist keine dauerhafte Lösung. Aber wir befinden uns in einer Notsituation – und das sieht man anderswo genauso.“ Das DRK ist nun auf der Suche nach einer mittelfristigen Lösung. „Allerdings gibt es viele Gremien, die ein Wörtchen mitzureden haben“, sagt Honder.

Am Montagvormittag seien von den 125 Kindern nur sieben da gewesen, informiert Kreisrotkreuzleiter Sven Kampeter. „Die Eltern haben die Betreuung erst einmal zuhause organisiert, um uns zu entlasten.“ Immerhin müsse noch vieles eingeräumt werden. So wurden am Montagnachmittag beispielsweise die Geschirrspüler in­stalliert. Das DRK gehe aber davon aus, dass Anfang der kommenden Woche wieder alle Kinder betreut würden. „Im Laufe der Woche werden alle Eltern von uns ein Schreiben erhalten, in dem wir über die Situation informieren“, sagt Kampeter.

Welle der Hilfsbereitschaft

Derzeit erlebe man eine Welle der Hilfsbereitschaft. Andere Kindergärten hätten ihre Unterstützung angeboten. „Wir bitten aber, von Sachspenden abzusehen, weil wir sichten müssen, was wir überhaupt brauchen.“

Auch der Kreisrotkreuzleiter weist darauf hin, dass es sich bei den drei Kindertagesstätten in der Britensiedlung um keine Dauerlösung handeln würde. „Wir sind auf der Suche nach weiteren Räumlichkeiten. Wer uns in der Sache helfen möchte, kann die Kreisgeschäftsstelle unter 05223/92970 kontaktieren.“ Für Geldspenden sei zudem ein Spendenkonto eingerichtet worden.

Brandursache noch unklar

Am Montagmorgen war der Brandermittler der Kripo Herford auf dem Gelände der Kita Krempoli. „Wir können zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keine Brandursache benennen“, informiert Simone Lah-Schnier, Sprecherin der Kreispolizeibehörde. Es könne deshalb nicht gesagt werden, ob es sich um einen technischen Defekt oder Brandstiftung handeln würde. Dazu seien weitere Ermittlungen und Untersuchungen erforderlich, die an diesem Dienstag erfolgen sollten.

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