Ursache des Feuers in Bünder DRK-Kita Krempoli unklar – Ermittlungen beginnen
„Wie auf dem Schlachtfeld“

Bünde (WB). Heike Werges steht die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Keine zehn Stunden, nachdem der Brand in der DRK-Kita Krempoli in Hunnebrock gemeldet worden war, sitzt auch deren Leiterin am Tisch in der Pressekonferenz des DRK-Kreisverbands Herford-Land in der Sachsenstraße . „Das ist eine Katastrophe. Man muss weinen, wenn man das sieht“, sagt sie betroffen.

Montag, 02.11.2020, 05:14 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 10:50 Uhr
Ein Blick ins Innere der Kita Krempoli: Flammen und durchgesickertes Löschwasser haben zwei Gruppenräume zerstört. 100 Feuerwehleute kämpften am frühen Samstagmorgen gegen den Dachstuhlbrand in der Stauffenbergstraße an. Foto: Annika Tismer

In Windeseile haben sich die Flammen am frühen Samstagmorgen aus noch ungeklärter Ursache durch die Decke des Gebäudes gefressen und die Einrichtung bis auf zwei Räume zerstört. Die Mitarbeiter und 125 dort betreute Kinder aus den Ortsteilen Hunnebrock, Werfen und Hüffen haben von heute auf morgen ihr zweites Zuhause verloren.

Rückblick: Es ist 4.23 Uhr, als Bündes Feuerwehrchef Rüdiger Meier alarmiert wird; ein Dachstuhlbrand in der Kita Krempoli in der Stauffenbergstraße . „Das hat sich aber schon auf den ersten Blick bei der Anfahrt als Vollbrand entpuppt“, berichtet Meier. Alle Einheiten der Bünder Wehr rücken aus, 100 Feuerwehrleute nehmen den Kampf gegen die Flammen auf.

Nicht viel zu retten

Zu retten ist an dem freistehenden Gebäude allerdings nicht mehr viel. Die Dachkonstruktion erlaubt es dem Löschwasser durchzusickern. Immerhin bleibt mithilfe einer Riegelstellung der linke Teil des Gebäudes relativ unbeschädigt. Ein Feuerwehrmann verletzt sich an der Schulter.

Fußgänger, Anwohner, Eltern und Neugierige schauen sich die Ausmaße des Brandes an, ein Sicherheitsmann passt auf, dass niemand das abgesperrte Grundstück betritt. Die Nachricht hat sich im Internet und auf Facebook rasch verbreitet. „Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld“, sagt DRK-Kreisvorsitzender Wolfgang Koch. Ihn berührt das Unfassbare doppelt. So hatte er sich die letzten Tage seiner Amtszeit als Bündes Bürgermeister gewiss nicht vorgestellt. Statt mit Anzug und Krawatte sitzt er mit DRK-Jacke und Rollkragenpullover an einem spartanischen Tisch und erörtert mit Vorstandskollegen die schlimme Lage. „Ich lasse mir jetzt hier ein Büro zuweisen“, sagt Koch.

Heike Werges hat am Montag keine leichte Aufgabe. „Dann müssen wir den Kindern erklären, was passiert ist und es so gut wie möglich aufarbeiten.“ Unwiederbringlich weg sind nicht nur zwei Gruppenräume der 1997 in Betrieb genommenen Kita. Auch Spielzeug, persönliche Gegenstände und wichtige Dokumente zur Entwicklung der Kinder sind ein Raub der Flammen geworden.

Ermittlungen beginnen

Nachdem es zuletzt in Bünde mehrfach zu Brandstiftungen gekommen war , liegt die Vermutung einer erneuten Feuerlegung nahe. „An Spekulationen beteilige ich mich definitiv nicht. Die Kriminalpolizei ist für die Ermittlung zuständig“, betont Feuerwehrchef Rüdiger Meier.

DRK-Vorsitzender Wolfgang Koch kündigte an, dass Brandsachverständige und Schadensermittler des Fachkommissariats der Polizei und der Versicherung an diesem Montag nach der Ursache forschen werden.

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