Bünder Rat muss entscheiden – Kaufleute melden mit Blick auf Corona-Zahlen noch Beratungsbedarf an
Gibt’s den Verkaufsoffenen Sonntag im Advent?

Bünde (WB). Die Bünder Einzelhändler versuchen erneut, einen Verkaufsoffenen Sonntag auf die Beine zu stellen. Allerdings steht und fällt die mögliche Durchführung der für den 29. November anvisierten Ladenöffnungen nicht nur mit der noch ausstehenden Entscheidung des Stadtrates und einem möglichen Protest der Gewerkschaft Verdi.

Freitag, 30.10.2020, 05:50 Uhr
Die Handel Bünde GbR hat einen Verkaufsoffenen Sonntag für den 29. November beantragt. Foto: Tismer

Auch die derzeitige Entwicklung der Corona-Infektionszahlen und die ab kommenden Montag in Kraft tretende neue Schutzverordnung könnten die Pläne der Gewerbetreibenden in der City durchkreuzen. Fakt ist jedenfalls, dass die Handel Bünde GbR, bereits am 8. Oktober einen Antrag auf einen Shoppingssonntag am ersten Advent gestellt hat – noch vor der zweiten Pandemiewelle. Demnach sollen die Geschäfte in der Innenstadt (rund um die Esch- und Bahnhofsstraße)) begleitend zur Eröffnungsveranstaltung des „Weihnachtlichen Bünde“ von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen.

Laternenumzug vorgesehen

Mit dem Festprogramm sehen die Einzelhändler – und übrigens auch die Stadtverwaltung – den für einen Verkaufsoffenen Sonntag nötigen Anlassbezug als gegeben an. Wie die Jahre zuvor sei ein Laternenumzug mit musikalischer Begleitung und bis zu 300 Teilnehmern durch die Fußgängerzone vorgesehen. „Bereits im Vorfeld des Laternenumzugs besucht der Weihnachtsmann in seiner Kutsche die Innenstadt und wird unter der Maßgabe der hygienetechnischen Vorgaben Schokoladentäfelchen an Kinder und Erwachsene verteilen“, heißt es im Antrag der Kaufleute. Daneben seien sogenannte Walking Acts, musikalische Darbietungen sowie mit Einsetzen der Dämmerung ein spezielles Lichtkonzepts zur Eröffnung des „Weihnachtlichen Bünde“ geplant.

Die Eröffnungsveranstaltung ziehe aus Sicht der Stadtverwaltung einen beträchtlichen Besucherstrom an, so dass die an diesem Sonntag beabsichtigte Ladenöffnung keine größere Anziehungskraft als die Veranstaltung selbst entfalte. Somit stehe der geplante Shopping-Sonntag auch im Einklang mit dem NRW-Ladeöffnungsgesetz. Die Gewerkschaft Verdi äußert in einer Stellungnahme Bedenken und zweifelt an, ob überhaupt eine Veranstaltung vorliegt und hält den geplanten Sonntag für nicht vereinbar mit der aktuellen Gesetzeslage.

Ziehen Kaufleute Antrag zurück?

Mit Blick die rasant steigenden Infektionszahlen, überlegen die Einzelhändler nun selbst, den Antrag für den Verkaufsoffenen Sonntag am ersten Advent wieder zurückzuziehen. „Am kommenden Montag werden wir uns treffen und darüber beraten“, sagt Handel-Bünde-Geschäftsführer Georg Kruthoff.

Sollte der Antrag bestehen bleiben, würde der Stadtrat sich in seiner Sitzung am 5. November mit dem Thema befassen. Bündes Noch-Bürgermeister Wolfgang Koch kann sich jedenfalls nicht vorstellen, dass ein solches Event mit der dann gültigen Corona-Schutzverordnung vor dem Hintergrund eines bundesweiten zweiten Lockdowns überhaupt vereinbar sei. „Möglicherweise könnten man alles ja eine Woche nach hinten verschieben, wenn wieder eine neue Verordnung greift“, so Wolfgang Koch.

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