Sascha Mitschka und Nicole Große-Johannböcke bieten in der Fußgängerzone Pralinen an
Verkaufswagen statt eigenes Café

Bünde (WB). 38 verschiedene Sorten an Pralinen, Topfenknödel mit Zwetschgen und Vanillesoße, französische Macarons, dazu ein guter Kaffee – wer derzeit durch die Fußgängerzone geht, bleibt automatisch an einem Verkaufswagen vor dem ehemaligen Friseursalon Schuster stehen. Hier bietet Konditormeister und Chef-Patissier Sascha Mitschka gemeinsam mit Nicole Große-Johannböcke verführerische Süßigkeiten an.

Donnerstag, 22.10.2020, 05:55 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 06:01 Uhr

Noch bis zum 14 November, jeweils mittwochs bis samstags von 10 bis 19 Uhr, wird das Paar in der Eschstraße hinter dem mobilen Verkaufstresen stehen. Für die beiden handelt es sich mehr oder weniger um eine Notlösung. Denn eigentlich wollten sie schon längst in der ehemaligen Alten Apotheke (Eschstraße 16) eine eigene Konditorei mit Café betreiben. „Der Mietvertrag war unterschrieben, die Eröffnung für den 1. Mai vorgesehen“, sagt Nicole Große-Johannböcke, die noch im vergangenen Jahr ein eigenes kleines Geschäft in der Fußgängerzone – das „Easy Living“ – hatte. Die Pläne seien bis ins kleinste Detail hinein ausgearbeitet gewesen, ein Jahr lang habe man sich akribisch darauf vorbereitet. „Innen sollte es 85 Sitzplätze geben, im Außenbereich 150“, informiert Große-Johannböcke. Selbst der Name stand schon fest, ein eigenes Logo war entworfen: die „16“, also die Hausnummer, sollte alles zieren. Daraus wurde allerdings nichts. „Der Zeitplan für die Renovierung der denkmalgeschützten Alten Apotheke konnte nicht einmal ansatzweise eingehalten werden“, sagt Nicole Große-Johannböcke rückblickend. Und: „Das Haus hätte schon ein Dach und eine Heizung haben sollen.“ Ihren ambitionierten Plänen, die auch die Fußgängerzone sicherlich aufgewertet und attraktiver gemacht hätten, seien durch die schleppenden Arbeiten die Grundlage entzogen worden. Corona, so Nicole Große-Johannböcke, sei dafür sicherlich nicht verantwortlich gewesen.

Das Paar hat allerdings nicht resigniert, sondern Ausschau nach anderen Optionen gehalten. Man würde zwar gerne in Bünde bleiben. „Aber ich sage ganz klar, dass wir nicht auf Bünde fixiert sind.“ Zwischenzeitlich habe man sich in ganz Deutschland umgeschaut. So ist dem erfahrenen Konditormeister und Pralinenspezialist – diese Kunst erlernte Mitschka unter anderem in der Schweiz und Süddeutschland – eine Konditorei an der Nordsee angeboten worden.

Aber erst einmal wolle man noch mit dem Verkaufswagen in der Eschstraße die Zeit überbrücken. „Es war übrigens ziemlich problematisch, hier überhaupt einen Stellplatz zu bekommen. In der Fußgängerzone geht so etwas anscheinend nicht ohne Hindernisse“, erzählt Nicole Große-Johannböcke. Nach dem „Zwischenstopp“ in der Eschstraße soll es dann weiter in Richtung Hamburg gehen. Man habe die Zusage erhalten, am Familien-Weihnachtsmarkt im dortigen Stadtpark teilnehmen zu können – vorausgesetzt, der Weihnachtsmarkt findet überhaupt statt.

Doch bis dahin können sich die Bünder noch an den süßen Verlockungen von Sascha Mitschka erfreuen. Dazu gehören auch vegane Pralinen. Die Geschmacksrichtungen reichen dabei von Himbeer-Hanf über Honig-Rosmarin, Absinth bis hin zu Kokos-Zitronengras. Und wer sich etwas richtig Gutes gönnen möchte, testet den Topfenknödel mit Zwetschgen und Vanillesoße. Der ist wirklich raffiniert zubereitet und zergeht auf der Zunge. Innen mit feinster Schweizer Schokolade gefüllt, hat er außen eine Schicht aus Mandel, Semmelbrösel, Butter, Zimt, Zucker sowie Orangen- und Zitronenabrieb. Guten Appetit!

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