25 Teilnehmer protestieren vor Lokal in Ennigloh – Partei weicht mit Stammtisch in andere Gaststätte aus
Anti-AfD-Demo vor leerer Kneipe

Bünde (WB). Rund 25 Mitglieder des linken Spektrums haben am Montagabend rund eine Stunde lang vor der Ennigloher Gaststätte „Leib und Seele” demonstriert. Dort sollte zu diesem Zeitpunkt eigentlich der Bünder AfD-Stammtisch stattfinden – tat er dann aber gar nicht.

Dienstag, 22.09.2020, 16:32 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 16:34 Uhr
Rund 25 Mitglieder des linken Spektrums demonstrierten am Montagabend vor dem Lokal „Leib und Seele”. Foto: Daniel Salmon

Bereits Anfang März dieses Jahres hatten mehrere Organisationen – darunter die Villa Kunterbunt, die Jusos, die Linken, die Alevitengemeinde und die Initiative 9. November – ihren Unmut darüber geäußert, dass „Leib und Seele”-Wirt Manfred Grönegreff der AfD einen Versammlungsort bietet. „Und wir wollen weiterhin nicht, dass sich die AfD dort trifft”, so Alexander Kalteis, der künftig für die Linken im Bünder Stadtrat sitzen wird. Zwar hatten die Demonstranten im Vorfeld schon erfahren, dass sich der Stammtisch an dem Abend nun doch nicht in der Gaststätte im Dustholz trifft. „Aber wir wollten mit unserer Aktion trotzdem einfach ein Zeichen setzen“, so Kalteis.

AfD will sich weiterhin treffen

Auf Anfrage erklärte Vitalij Kaiser von der Bünder AfD, dass der Stammtisch am Montag trotzdem stattgefunden habe: „Wir sind ausgewichen, haben uns einfach eine andere Lokalität gesucht. In der ein oder anderen Gaststätte werden wir ja schließlich auch noch bewirtet.” Laut seiner Aussage würden bei den Stammtischen seiner Partei in der Elsestadt jedesmal bis zu 30 Interessierte zusammenkommen. „Und wir werden uns auch weiterhin in Bünde treffen. Wer mag, kann gerne demonstrieren, aber wir lassen uns nicht einschüchtern”, so Kaiser.

Wirt spricht von Kesseltreiben

Wirt Manfred Grönegreff versteht die ganze Aufregung um die Treffen der AfD in seinem Lokal nicht. „Ich sehe nicht ein, dass ich vor den Demonstranten einknicke. Ich habe selbst mit der AfD nichts zu tun, ich will nur Geld verdienen. Wenn die Partei nicht tragbar ist, muss sie verboten werden und dann hat sich das mit den Stammtischen sowieso erledigt. Aber die AfD ist ja nun sogar in den Bünder Stadtrat gewählt worden”, so der Gaststätteninhaber, der in dem Zusammenhang von einem Kesseltreiben gegen seine Person und sein Lokal spricht. Wie berichtet, hatten unter anderem die SPD-Ortsgruppe und der TG Ennigloh erklärt, das „Leib und Seele“ nicht mehr für Veranstaltungen zu nutzen.

Zwischenfälle bei der Demo vor dem leeren Lokal – montags hat das „Leib und Seele” Ruhetag, gab’s nach Angaben von Simone Lah-Schnier, Sprecherin der Herforder Kreispolizeibehörde, allerdings nicht: „Es blieb alles friedlich“, so die Beamtin.

Kommentare

DJTom72  wrote: 23.09.2020 08:24
Das ist ja.....
....inzwischen ein Schmierentheater geworden, man kann es einfach nicht mehr hören!!!
Fakt ist: AfD, eine nicht verbotene Partei, in den Stadtrat Bünde gewählt, Punkt. Das lässt sich durch diese Gutmenschen auch nicht verhindern.
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