Bünder Amtsgericht verurteilt 23-Jährigen zu einer 18-monatigen Haftstrafe
iPhone-Betrüger muss in den Knast

Bünde (WB). Mit Betrügereien im Internet wollte ein 23-Jähriger seinen Lebensunterhalt aufbessern. Stattdessen erhielt der junge Mann vor dem Bünder Amtsgericht nun die Quittung für seine kriminellen Machenschaften: Für 18 Monate muss der Wiederholungstäter in den Knast.

Montag, 21.09.2020, 20:30 Uhr
Der Bünder bot iPhones an, die er gar nicht besaß. Foto: dpa

„Ich habe nur an das Geld gedacht”, gab der angeklagte Bünder am Montagvormittag die sechs ihm vorgeworfenen Taten gleich zu Verhandlungsbeginn zu. Zwischen August 2019 und März diesen Jahres hatte der derzeit Arbeitslose fünf Mal teure iPhones und einmal eine Rolex-Uhr auf verschiedenen Internetplattformen unter wechselnden Pseudonymen zum Verkauf angeboten – und auch recht schnell Käufer gefunden. Der Haken an der Sache: Er besaß die inserierten Smartphones und auch die teure Uhr gar nicht. Von den Interessenten kassierte er in zwei Fällen mehrere hundert Euro für Anzahlungen, in vier Fällen sogar gleich den vollen Kaufpreis. Insgesamt 2725 Euro erschwindelte er sich mit seinen Betrügereien.

Allein 2019 dreimal vor Gericht

Als die Käufer lange vergeblich auf ihre bestellte Ware warteten, und sich vom Angeklagten nicht mehr verströsten ließen erstatteten sie Anzeige gegen den Bünder. Für die Polizei war es im Anschluss nicht besonders schwer, dem 23-Jährigen auf die Schliche zu kommen. Die Bank, an die die Käufer das Geld überwiesen hatten, gab die Daten des Kontoinhabers heraus. Zudem hatte der Bünder in den Chats mit den _Betrugsopfern auch Bilder seiner Bankkarte und seines Personalausweises verschickt. „Das war alles nicht besonders ausgereift“, kommentierte Amtsrichter Henning Zurlutter. Das ergaunerte Geld hat der 23-Jährige nach eigener Auskunft für „Klamotten, Essen und Trinken“ ausgegeben.

Für das Gericht ist der Angeklagte kein Unbekannter, wie Zurlutter erklärte. Allein im vergangenen Jahr wurde ihm drei Mal wegen gewerbsmäßigen Betruges der Prozess gemacht. Am Ende kassierte eine zwölfmonatige Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. Zudem sollte er eine Geldbuße in Höhe von 1200 Euro zahlen.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Anstatt sich zu bessern, setzte er auch in seiner Bewährungszeit seine Internet-Betrügereien fort. Die Raten der Geldbuße bezahlte er erst gar nicht („Das habe ich vergessen“). Seine Bewährungshelferin stellte dem Bünder in einem Schreiben zudem kein gutes Zeugnis aus.

Zwar wurde das Verfahren in zwei Fällen, die noch vor der jüngsten Verurteilung lagen, eingestellt. Für die restlichen vier Taten forderte die Staatsanwaltschaft allerdings eine eineinhalbjährige Haftstrafe. „Sie standen unter Bewährung und machten trotzdem munter weiter“, zeigte sich die Anklägerin fassungslos über die vertane Chance des 23-Jährigen zur Rehabilitation. Richter Zurlutter sah das in seinem Urteil, gegen das noch Rechtsmittel eingelegt werden können, am Ende ähnlich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7595438?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514621%2F
Hünemeier schnürt den Doppelpack
Doppeltorschütze Uwe Hünemeier (Mitte) jubelt mit Dennis Srbeny über seinen Führungstreffer zum 1:0. Später erzielt er auch noch das 3:1. Foto: Wilfried Hiegemann
Nachrichten-Ticker