Verkaufsoffener Sonntag erweist sich als Publikumsmagnet – Kritik an Verdi
Volle Innenstadt erfreut Einzelhandel

Bünde (WB). Bis kurz vor 12 Uhr habe man am Sonntag im Rathaus geprüft, ob der verkaufsoffene Sonntag in Bünde überhaupt stattfinden könne , sagt Bürgermeister Wolfgang Koch. „Als dann noch nichts von den Verwaltungsgerichten vorlag, war mir klar, dass die Geschäfte in der Innenstadt heute öffnen können.“

Montag, 07.09.2020, 05:10 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 09:48 Uhr
Schon kurz nach 13 Uhr war die Fußgängerzone voll. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, um in den Geschäften des Bünder Einzelhandels zu stöbern und zu shoppen. Für Bünde war es der erste verkaufsoffene Sonntag in diesem Jahr. Der Stadtrat hatte sich für Verkaufssonntage ohne Anlassbezug ausgesprochen. Foto: Tismer

Am vergangenen Donnerstag hatte sich der Stadtrat mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass es in Bünde in diesem Jahr vier verkaufsoffene Sonntage ohne Anlassbezug – also beispielsweise ohne ein gleichzeitig stattfindendes Stadtfest – geben soll. Und hat somit eine Entscheidung getroffen, die nach den jüngsten Urteilen des Oberverwaltungsgerichtes Münster rechtswidrig ist. Auf diesen Umstand hatte Bürgermeister Koch im Vorfeld hingewiesen.

Suche nach einem Anlass

Trotzdem hatte er den Beschluss nicht beanstandet. Er wolle sich nicht zum Handlanger von Verdi machen lassen, hatte Koch seine Haltung begründet. Die Gewerkschaft hatte in den letzten Wochen mehrfach gegen Sonntagsöffnungen ohne Anlassbezug geklagt. So mussten verkaufsoffene Sonntag beispielsweise in Lemgo und Bad Salzuflen abgesagt werden.

Er jedenfalls sei froh, dass es in Bünde zumindest einen verkaufsoffenen Sonntag gebe, so Koch. „In diesen schwierigen Zeiten wollen wir unseren Einzelhandel unterstützen und zu seiner wirtschaftlichen Stabilität beitragen.“

Der Einzelhandel sei ein immens wichtiger Bestandteil der Stadt. Der Bürgermeister freue sich darüber, dass im Rat eine fraktionsübergreifende Mehrheit das genauso sehe. Was die drei weiteren Verkaufssonntage betreffe, sei er relativ pessimistisch. „Ich glaube nicht, dass die unwidersprochen bleiben.“ Die Stadtverwaltung werde jedenfalls versuchen, noch einen vertretbaren Anlass zu finden – beispielsweise am 1. Advent unter dem Motto „Weihnachtliches Bünde“.

Rechtssicherheit angemahnt

Christoph Lanvers, Mitinhaber und Geschäftsführer des Bünder Modehauses, appellierte an die Landespolitik, das Ladenöffnungsgesetz endlich anzupacken und für Rechtssicherheit zu sorgen: „Es kann nicht sein, dass wir jedes Mal wie das Kaninchen vor der Schlange bibbern, nur weil Verdi gegen Sonntagsöffnungen klagen kann.“

Lanvers dankte den Fraktionen, die diesen verkaufsoffenen Sonntag möglich gemacht hatten. „Ich bin froh, dass sie alle gemeinsam diesen zivilen Ungehorsam gezeigt haben“, sagte er.

Auch Volker Jährling, Seniorchef des Bünder Modehauses, betonte, wie wichtig solche Tage seien. In den vergangenen 30 Jahren habe er noch nie solche Probleme erlebt wie in diesem Jahr. „Ich habe es ausgerechnet: Wenn unseren Mitarbeitern die verkaufsoffenen Sonntage wegfallen, sind das 2000 Arbeitsstunden, die sie verlieren“, sagte er. Alleine für diesen Sonntag hätten deshalb mehr Mitarbeiter arbeiten wollen als schließlich eingesetzt werden konnten.

Ähnlich froh und erleichtert über den verkaufsoffenen Sonntag zeigte sich Beate Laure von Laure Bags and Travel. „Wir hatten es uns jetzt wirklich mal verdient, sonntags öffnen zu dürfen“, sagte sie und zog bereits kurz nach der Öffnung der Ladentür eine positive Bilanz: „Die Menschen gucken nicht nur, sie kaufen auch. Das macht richtig Spaß“, sagte sie.

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